Sarajevo, Bosnien und Herzegowina
Aktueller City Guide mit Kurzinfos, Reisen, Business und Kultur.
Überblick
K.u.K.-Erbe & Stadtgeschichte
Osmanisches Viertel & Handwerk
Kulinarik & Kaffeekultur
Wintersport
Tor zum Balkan
Sarajevo ist für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stadt der doppelten Vertrautheit und Fremdheit. Die Straßennamen und die Boulevardarchitektur westlich der Baščaršija stammen aus der österreich-ungarischen Epoche (1878–1918) — die Vijećnica (das Rathaus), die Kathedrale, das Nationaltheater und die Akademie der Künste könnten auch in Wien oder Budapest stehen. Einen Straßenzug weiter beginnt das Osmanische Reich: Kupferschmiedegassen, Čevapčići-Grills, der Sebilj-Brunnen und die Gazi-Husrev-beg-Moschee aus dem 16. Jahrhundert. Dieser architektonische Bruch zwischen Ost und West ist in keiner anderen europäischen Stadt so physisch greifbar. Die Lateinerbrücke, an der Erzherzog Franz Ferdinand 1914 erschossen wurde, ist ein stiller Ort am Fluss, der zu einem der bedeutendsten Schauplätze des 20. Jahrhunderts wurde. Der Hoffnungstunnel unter der Flughafenpiste und das Holiday Inn — das gelbe Hochhaus der internationalen Korrespondenten in den 1990er-Jahren — sind heute Teil eines kuratierten Museumsrundgangs zur jüngeren Stadtgeschichte. Die Trebević-Seilbahn führt hinauf zur Olympia-Bobbahn von 1984 — eine graffitibedeckte Betonbahn durch den Wald. Jahorina und Bjelašnica bieten erstklassiges Skifahren 40 Minuten vom Zentrum entfernt — zu einem Bruchteil der Alpenpreise.
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K.u.K.-Architektur & Habsburger Erbe
Sarajevos westliches Stadtzentrum ist ein Freiluftmuseum der österreich-ungarischen Epoche. Die Vijećnica (das Rathaus) im neomaurischen Stil, die Herz-Jesu-Kathedrale, die Akademie der Künste und das Nationaltheater reihen sich entlang breiter Boulevards, die an die Wiener Ringstraße erinnern. Für Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die vertraute Architektur in einem so unvertrauten Kontext ein besonderes Erlebnis — die K.u.K.-Epoche als lebendiges Stadtbild, nicht als Museumsexponat.
Baščaršija & osmanisches Viertel
Die Baščaršija ist Sarajevos Herz — ein Labyrinth aus Kopfsteinpflastergassen mit Kupferschmieden, Teppichläden und Čevapčići-Restaurants. Der Sebilj-Holzbrunnen am Taubenplatz ist das meistfotografierte Motiv der Stadt. Die Gazi-Husrev-beg-Moschee (erste Hälfte des 16. Jahrhunderts) und der angrenzende Basar bilden das spirituelle und kommerzielle Zentrum. Der Brusa Bezistan, ein überdachter Markt aus dem 16. Jahrhundert, beherbergt ein Museum.
Geschichtsmuseen des 20. Jahrhunderts
Der Hoffnungstunnel (Tunel Spasa) unter der Flughafenpiste ist heute ein kleines Museum mit Fotografien, Ausrüstung und persönlichen Erinnerungsstücken aus den 1990er-Jahren. Die Lateinerbrücke markiert den Schauplatz von 1914. Das Holiday Inn — das gelbe Hochhaus, in dem internationale Korrespondenten in den 1990ern wohnten — steht am Boulevard Zmaja od Bosne. Das Historische Museum von Bosnien und Herzegowina ergänzt einen halbtägigen Rundgang für Besucher, die sich für die jüngere Geschichte interessieren.
Trebević-Seilbahn & Olympia-Bobbahn
Die Trebević-Seilbahn, 2018 wiedereröffnet, mit Kabinen in den Farben der olympischen Ringe als Hommage an die Winterspiele 1984, fährt in weniger als zehn Minuten von der Altstadt auf den Trebević. Oben führen Wanderwege zur verlassenen Olympia-Bobbahn — eine graffitibedeckte Betonbahn durch den Wald. Die Aussicht über die Stadt und die umliegenden Berge ist spektakulär.
Küche, Kaffee & Nachtleben
Čevapčići — kleine gegrillte Hackfleischröllchen im Somun-Fladenbrot mit rohen Zwiebeln und Kajmak-Rahm — sind das Nationalgericht und Sarajevos Straßenessen Nummer eins. Burek (Blätterteig mit Fleisch), Zeljanica (Spinatversion), Sirnica (Käseversion) kauft man in Pekara-Bäckereien. Bosnischer Kaffee, serviert in der Džezva mit Zuckerwürfeln und Rahat Lokum, ist ein Ritual. Das Nachtleben konzentriert sich auf Baščaršija und Ferhadija — Cocktailbars, Live-Musik-Cafés und gelegentliche Underground-Clubs.
Tagesausflüge: Mostar, Kravice & Skigebiete
Mostar mit der ikonischen Stari Most liegt zwei Busstunden südlich. Die Kravice-Wasserfälle, eine Hufeisenkaskade am Trebižat, sind eine weitere Stunde entfernt und bieten im Sommer Schwimmmöglichkeiten. Jahorina und Bjelašnica — Austragungsorte der Winterspiele 1984 — sind 40 Minuten vom Stadtzentrum entfernt und bieten hervorragendes Skifahren zu günstigen Preisen mit moderner Infrastruktur.
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