Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

Aktueller City Guide mit Kurzinfos, Reisen, Business und Kultur.

Überblick

Sarajevo liegt in einem schmalen Tal an der Miljacka, umringt von Bergen. Eine Stadt, in der Minarette, Kirchtürme, eine Kathedrale und eine Synagoge denselben Horizont teilen — das Jerusalem Europas. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt Sarajevo näher als man denkt: Direktflüge ab Wien, günstige Verbindungen ab München und Zürich machen es zu einem erschwinglichen Städtetrip mit mehr Geschichte pro Quadratmeter als fast jede andere europäische Hauptstadt.

K.u.K.-Erbe & Stadtgeschichte

Österreich-ungarische Boulevards, osmanische Basare, die Lateinerbrücke von 1914 und die Geschichtsmuseen des späten 20. Jahrhunderts — Geschichte auf Schritt und Tritt.

Osmanisches Viertel & Handwerk

Baščaršija mit Kupferschmieden, Teppichhändlern, Moscheen und dem Sebilj-Brunnen — ein lebendiges Stück Istanbul mitten in Europa.

Kulinarik & Kaffeekultur

Čevapčići im Somun, Burek aus der Pekara und der langsame Genuss des bosnischen Kaffees in der Džezva — herzhaft, günstig, unverwechselbar.

Wintersport

Jahorina und Bjelašnica: Olympia-Skigebiete 40 Minuten vom Zentrum, erstklassige Pisten zu einem Bruchteil der Alpenpreise.

Tor zum Balkan

Tagesausflüge nach Mostar, Kravice, Travnik, Jajce und Überlandrouten nach Kroatien, Serbien und Montenegro.
Reiseüberblick

Sarajevo ist für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stadt der doppelten Vertrautheit und Fremdheit. Die Straßennamen und die Boulevardarchitektur westlich der Baščaršija stammen aus der österreich-ungarischen Epoche (1878–1918) — die Vijećnica (das Rathaus), die Kathedrale, das Nationaltheater und die Akademie der Künste könnten auch in Wien oder Budapest stehen. Einen Straßenzug weiter beginnt das Osmanische Reich: Kupferschmiedegassen, Čevapčići-Grills, der Sebilj-Brunnen und die Gazi-Husrev-beg-Moschee aus dem 16. Jahrhundert. Dieser architektonische Bruch zwischen Ost und West ist in keiner anderen europäischen Stadt so physisch greifbar. Die Lateinerbrücke, an der Erzherzog Franz Ferdinand 1914 erschossen wurde, ist ein stiller Ort am Fluss, der zu einem der bedeutendsten Schauplätze des 20. Jahrhunderts wurde. Der Hoffnungstunnel unter der Flughafenpiste und das Holiday Inn — das gelbe Hochhaus der internationalen Korrespondenten in den 1990er-Jahren — sind heute Teil eines kuratierten Museumsrundgangs zur jüngeren Stadtgeschichte. Die Trebević-Seilbahn führt hinauf zur Olympia-Bobbahn von 1984 — eine graffitibedeckte Betonbahn durch den Wald. Jahorina und Bjelašnica bieten erstklassiges Skifahren 40 Minuten vom Zentrum entfernt — zu einem Bruchteil der Alpenpreise.

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K.u.K.-Architektur & Habsburger Erbe

Sarajevos westliches Stadtzentrum ist ein Freiluftmuseum der österreich-ungarischen Epoche. Die Vijećnica (das Rathaus) im neomaurischen Stil, die Herz-Jesu-Kathedrale, die Akademie der Künste und das Nationaltheater reihen sich entlang breiter Boulevards, die an die Wiener Ringstraße erinnern. Für Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die vertraute Architektur in einem so unvertrauten Kontext ein besonderes Erlebnis — die K.u.K.-Epoche als lebendiges Stadtbild, nicht als Museumsexponat.

Baščaršija & osmanisches Viertel

Die Baščaršija ist Sarajevos Herz — ein Labyrinth aus Kopfsteinpflastergassen mit Kupferschmieden, Teppichläden und Čevapčići-Restaurants. Der Sebilj-Holzbrunnen am Taubenplatz ist das meistfotografierte Motiv der Stadt. Die Gazi-Husrev-beg-Moschee (erste Hälfte des 16. Jahrhunderts) und der angrenzende Basar bilden das spirituelle und kommerzielle Zentrum. Der Brusa Bezistan, ein überdachter Markt aus dem 16. Jahrhundert, beherbergt ein Museum.

Geschichtsmuseen des 20. Jahrhunderts

Der Hoffnungstunnel (Tunel Spasa) unter der Flughafenpiste ist heute ein kleines Museum mit Fotografien, Ausrüstung und persönlichen Erinnerungsstücken aus den 1990er-Jahren. Die Lateinerbrücke markiert den Schauplatz von 1914. Das Holiday Inn — das gelbe Hochhaus, in dem internationale Korrespondenten in den 1990ern wohnten — steht am Boulevard Zmaja od Bosne. Das Historische Museum von Bosnien und Herzegowina ergänzt einen halbtägigen Rundgang für Besucher, die sich für die jüngere Geschichte interessieren.

Trebević-Seilbahn & Olympia-Bobbahn

Die Trebević-Seilbahn, 2018 wiedereröffnet, mit Kabinen in den Farben der olympischen Ringe als Hommage an die Winterspiele 1984, fährt in weniger als zehn Minuten von der Altstadt auf den Trebević. Oben führen Wanderwege zur verlassenen Olympia-Bobbahn — eine graffitibedeckte Betonbahn durch den Wald. Die Aussicht über die Stadt und die umliegenden Berge ist spektakulär.

Küche, Kaffee & Nachtleben

Čevapčići — kleine gegrillte Hackfleischröllchen im Somun-Fladenbrot mit rohen Zwiebeln und Kajmak-Rahm — sind das Nationalgericht und Sarajevos Straßenessen Nummer eins. Burek (Blätterteig mit Fleisch), Zeljanica (Spinatversion), Sirnica (Käseversion) kauft man in Pekara-Bäckereien. Bosnischer Kaffee, serviert in der Džezva mit Zuckerwürfeln und Rahat Lokum, ist ein Ritual. Das Nachtleben konzentriert sich auf Baščaršija und Ferhadija — Cocktailbars, Live-Musik-Cafés und gelegentliche Underground-Clubs.

Tagesausflüge: Mostar, Kravice & Skigebiete

Mostar mit der ikonischen Stari Most liegt zwei Busstunden südlich. Die Kravice-Wasserfälle, eine Hufeisenkaskade am Trebižat, sind eine weitere Stunde entfernt und bieten im Sommer Schwimmmöglichkeiten. Jahorina und Bjelašnica — Austragungsorte der Winterspiele 1984 — sind 40 Minuten vom Stadtzentrum entfernt und bieten hervorragendes Skifahren zu günstigen Preisen mit moderner Infrastruktur.