Deutschland

  • Einwohner:rund 630.000 (Stadt), über 2,7 Mio. (Region)
  • Zeitzone:MEZ (UTC+1) / MESZ (März bis Oktober, UTC+2)
  • IATA:STR
  • Währung:Euro (EUR). Karten- und kontaktlose Zahlung werden weithin akzeptiert, wobei Bargeld in Deutschland nach wie vor gebräuchlicher ist als in manchen Nachbarländern, besonders in kleineren Besenwirtschaften und auf Märkten.
  • Stadtteile:Innenstadt (Schlossplatz, Königstraße) · Bad Cannstatt (Cannstatter Wasen, Thermalbäder) · West-Stuttgart (Weinberge, Wohngebiete) · Zuffenhausen (Porsche-Werk und Museum)

Überblick

Stuttgart liegt in einem grünen, hügeligen Talkessel, wie ihn keine andere deutsche Großstadt hat — echte Weinberge ziehen sich innerhalb der Stadtgrenzen die Hänge hinauf, und die Ingenieurskunst hinter Mercedes-Benz und Porsche wird hier in musealem Maßstab erlebbar.

Geschichte

Stuttgarts Name geht auf „Stutengarten" zurück und verweist auf seine Ursprünge als Gestüt, das etwa im 10. Jahrhundert gegründet wurde; die Stadt erhielt 1321 Stadtrecht und wurde zum Sitz der württembergischen Herzöge und späteren Könige. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, wurde Stuttgart größtenteils in einer Mischung aus rekonstruiertem historischem Stil und moderner Architektur wiederaufgebaut — das erklärt, warum restaurierte Wahrzeichen wie das Alte Schloss neben Nachkriegs-Geschäftsbauten stehen. Stuttgarts automobile Identität geht auf Karl Benz' Patent von 1886 für das erste echte Automobil sowie Gottlieb Daimlers gleichzeitige Motorenarbeit im nahen Bad Cannstatt zurück — das technische Erbe der Region brachte in der Folge Porsche, Bosch und ein breiteres Cluster an Präzisionsfertigung hervor, das bis heute zentral für die lokale Wirtschaft ist.

Kultur

Die schwäbische Küche dreht sich um Maultaschen (manchmal als „schwäbische Ravioli" bezeichnet), Spätzle und Zwiebelrostbraten — deftige, produktbetonte Küche, die sich klar von der bayerischen Küche im Osten abgrenzt. Besenwirtschaften, saisonale Weinstuben lokaler Winzer, kombinieren einfache regionale Gerichte mit Trollinger und Lemberger aus den eigenen Weinbergen der Stadt. Feste: Cannstatter Wasen (Ende September bis Anfang Oktober), Frühlingsfest (April, Frühjahrsausgabe des Wasen), Stuttgarter Weihnachtsmarkt (Schlossplatz, Ende November bis Dezember), Ludwigsburger Kürbisausstellung (Herbst, im Residenzschloss). Museen: Mercedes-Benz-Museum, Porsche-Museum, Staatsgalerie Stuttgart, Landesmuseum Württemberg (Altes Schloss).

Praktisches

Sicherheit: Stuttgart ist nach deutschen und europäischen Maßstäben eine sichere Stadt; übliche städtische Vorsichtsmaßnahmen genügen. Sprache: Deutsch ist die Amtssprache; der lokale schwäbische Dialekt wird neben dem Hochdeutschen weit verbreitet gesprochen. Englisch ist in touristisch orientierten Betrieben und bei jüngeren Einheimischen verbreitet. Währung: Euro (EUR). Karten- und kontaktlose Zahlung werden weithin akzeptiert, wobei Bargeld in Deutschland nach wie vor gebräuchlicher ist als in manchen Nachbarländern, besonders in kleineren Besenwirtschaften und auf Märkten.

Reise

Stuttgarts Geografie unterscheidet die Stadt von den meisten deutschen Großstädten — gebaut in einem kesselförmigen Tal, umgeben von Hügeln, an deren Hängen Weinberge wachsen, die bemerkenswerterweise innerhalb der Stadtgrenzen liegen. Damit ist Stuttgart die einzige deutsche Großstadt mit echtem Weinbau, der fest in das städtische Gefüge eingewoben ist, und die Weinwanderwege in den Württemberger Hügeln verleihen der Stadt einen grünen, fast ländlichen Charakter, der im Widerspruch zu ihrem industriellen Ruf steht. Dieser Ruf ist allerdings wohlverdient: Stuttgart gilt als Geburtsort des Automobils, und das Mercedes-Benz-Museum sowie das Porsche-Museum — beides architektonische Statements für sich — zeichnen die Geschichte von Karl Benz' Patent von 1886 bis in die Gegenwart nach und ziehen Autoliebhaber aus aller Welt an. Die Innenstadt balanciert Nachkriegswiederaufbau mit erhaltener historischer Bausubstanz: Der Schlossplatz, Stuttgarts großer zentraler Platz, wird vom barocken Neuen Schloss gesäumt und führt zur Einkaufsmeile Königstraße sowie zu den Zwillingstürmen der Stiftskirche. Das Cannstatter Wasen, das jeden Herbst stattfindet, ist eines der größten Volksfeste Deutschlands — flächenmäßig größer als das Münchner Oktoberfest, wenn auch international weniger bekannt — und bringt Bierzelte, Fahrgeschäfte und schwäbische Esskultur an das Neckarufer. Auch Stuttgarts kulturelle Institutionen haben Substanz: Die Staatsgalerie beherbergt eine bedeutende europäische Kunstsammlung in einem Gebäude, das selbst ein wichtiges Werk der postmodernen Architektur ist, und Staatsoper sowie Ballett genießen internationales Ansehen. Über die Stadt hinaus bietet das schwäbische Umland Fachwerkstädtchen, die Tropfsteinhöhlen und Wanderwege der Schwäbischen Alb sowie den barocken Schlosskomplex in Ludwigsburg — alles bequem als Tagesausflug erreichbar. Stuttgarts hervorragende öffentliche Verkehrsanbindung und zentrale Lage im Südwesten Deutschlands machen die Stadt zudem zu einer praktischen Basis für Ausflüge in den Schwarzwald und die weitere Region Baden-Württemberg.

Mercedes-Benz-Museum

Das Mercedes-Benz-Museum, ein markantes Doppelhelix-Gebäude des Büros UN Studio, erzählt die gesamte Geschichte des Automobils anhand der Firmengeschichte von Mercedes-Benz — von Karl Benz' Patent-Motorwagen von 1886, der weithin als erstes echtes Automobil gilt, bis hin zu aktuellen Konzeptfahrzeugen und Motorsportmaschinen. Der Rundgang windet sich durch neun „Legenden"-Räume, die verschiedene Epochen chronologisch aufarbeiten, ergänzt durch thematische „Kollektions"-Räume zu Themen wie Motorsport und prominenten Fahrgästen — so entsteht sowohl eine chronologische als auch eine thematische Struktur. Die Sammlung reicht weit über die eigenen Mercedes-Benz-Modelle hinaus, da sich die Firmengeschichte vielfach mit der allgemeinen Automobilgeschichte überschneidet — Papstwagen, siegreiche Silberpfeile und wegweisende Designstücke sind allesamt vertreten. Das Museum liegt direkt neben dem Mercedes-Benz-Werk und ist mit der S-Bahn bequem vom Stadtzentrum aus erreichbar.

Porsche-Museum

Das Porsche-Museum, auf der gegenüberliegenden Stadtseite nahe dem Werk Zuffenhausen, in dem Porsche-Fahrzeuge nach wie vor gebaut werden, präsentiert seine Sammlung in einem markanten, kantigen Gebäude, das über seinem ebenerdigen Eingang zu schweben scheint. Die Ausstellung zeichnet Porsches Geschichte nach — von Ferdinand Porsches frühem Wirken als Automobilingenieur (einschließlich seines Beitrags zur Konstruktion des ursprünglichen VW Käfer) über die Entwicklung des 911 durch die Generationen bis hin zu aktuellen Modellen, mit prominent ausgestellten Rennwagen aus Porsches umfangreicher Motorsportgeschichte — darunter auch in Le Mans siegreiche Prototypen. Café und Shop des Museums, ergänzt durch die gelegentlich buchbare (und oft Wochen im Voraus ausgebuchte) Werksführung, runden einen Besuch ab, der ernsthafte Autoliebhaber gezielt nach Stuttgart lockt.

Schlossplatz und Altstadt

Der Schlossplatz, Stuttgarts großer zentraler Platz, wird auf der einen Seite vom barocken Neuen Schloss (heute Sitz von Landesbehörden, nicht generell öffentlich zugänglich) und auf der anderen Seite von der Kolonnadenfassade des Königsbaus gerahmt, mit der Jubiläumssäule als Mittelpunkt. Von hier aus führt die Fußgängerzone Königstraße — eine der längsten Einkaufsstraßen Deutschlands — zum Hauptbahnhof, während der ältere Schillerplatz und die Stiftskirche, eine gotische Stiftskirche mit zwei ungleichen Türmen (nach Kriegsschäden bewusst in unterschiedlicher Höhe wiederaufgebaut), mehr vom Vorkriegscharakter Stuttgarts bewahren. Das Alte Schloss, ein Renaissancebau mit einem Innenhof, in dem jeden Dezember der Weihnachtsmarkt stattfindet, beherbergt die landesgeschichtliche Sammlung des Landesmuseums Württemberg.

Weinberge mitten in der Stadt

Stuttgart ist unter den deutschen Großstädten einzigartig, weil echte, kommerziell genutzte Weinberge fest in die städtische Geografie eingewoben sind — die Hänge des Weinbaugebiets Württemberg ziehen sich direkt aus Wohngebieten empor, und markierte Wanderwege (das Netz der Stuttgarter Weinwanderwege) lassen Besucher zwischen bewirtschafteten Weinbergen spazieren, ohne die Stadtgrenzen zu verlassen. Der Württemberg, gekrönt von der Grabkapelle (einer klassizistischen königlichen Grabkapelle mit Panoramablick über die Stadt), ist ein beliebtes Ziel für Weinbergwanderungen, und mehrere Besenwirtschaften — saisonale, informelle Weinstuben, die Winzer nur wenige Wochen im Jahr in ihren eigenen Kellern betreiben — bieten eine wirklich lokale Gelegenheit, den Trollinger und Lemberger der Region zusammen mit einfacher schwäbischer Küche zu probieren.

Cannstatter Wasen

Das Cannstatter Wasen, das jeden Herbst (von Ende September bis Anfang Oktober, zeitlich überschneidend mit dem Münchner Oktoberfest) am Neckarufer im Stadtbezirk Bad Cannstatt stattfindet, ist eines der größten Volksfeste Deutschlands — flächenmäßig sogar größer als das Oktoberfest selbst, wenn auch international deutlich weniger bekannt. Bierzelte lokaler Brauereien, Fahrgeschäfte und Attraktionen sowie traditionelle schwäbische Küche (Maultaschen, Spätzle, Schweinebraten) ziehen während der rund dreiwöchigen Laufzeit sowohl Einheimische als auch Besucher aus der Region an. Eine kleinere Frühjahrsausgabe, das Frühlingsfest, bringt jeden April eine verkleinerte Version desselben Festes und bietet Besuchern, die die Jahrmarktatmosphäre ohne den herbstlichen Andrang erleben möchten, eine ruhigere Alternative.

Staatsgalerie und kulturelles Stuttgart

Die Staatsgalerie Stuttgart beherbergt eine bedeutende Sammlung europäischer Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, teilweise untergebracht in einem markanten postmodernen Erweiterungsbau von James Stirling (fertiggestellt 1984), der als bedeutendes architektonisches Werk für sich gilt und durch den ein öffentlicher Fußweg direkt hindurchführt. Die Stuttgarter Staatsoper und das Stuttgarter Ballett, beheimatet im Staatstheater-Komplex nahe dem Schlossgarten, genießen internationales Ansehen — insbesondere das Stuttgarter Ballett hat den Ruf der Stadt in der Tanzwelt seit den 1960er-Jahren mitbegründet. Der Schlossgarten selbst, ein langer grüner Korridor, der vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt verläuft, umfasst auch die Wilhelma, einen der wenigen kombinierten Zoo- und Botanischen Gärten weltweit.

Tagesausflüge — Schwäbisches Umland und Ludwigsburg

Ludwigsburg, rund 20 Minuten nördlich von Stuttgart mit der Bahn, beherbergt einen der größten barocken Schlosskomplexe Deutschlands — das Residenzschloss Ludwigsburg mit über 450 Räumen veranstaltet jeden Herbst ein bekanntes Kürbisfest sowie einen barocken Garten mit märchenhaft gestalteten Bereichen. Die Schwäbische Alb, ein Kalksteinplateau südlich der Stadt, bietet Wanderwege, eindrucksvolle Höhlen (die Bärenhöhle und der Blautopf gehören zu den meistbesuchten) sowie Fachwerkstädtchen wie Esslingen, dessen gut erhaltene mittelalterliche Altstadt ein beliebter Halbtagesausflug ist, direkt mit der S-Bahn erreichbar. Tübingen, eine klassische Universitätsstadt mit fotogener Altstadt am Fluss, sowie die nördlichen Ausläufer des Schwarzwalds liegen ebenfalls bequem in Tagesreichweite für Besucher mit Stuttgart als Basis.

Stuttgart praktisch

Stuttgarts öffentlicher Nahverkehr (S-Bahn, U-Bahn, Busse) läuft über das integrierte VVS-Tarifsystem, das die gesamte Metropolregion abdeckt — damit sind Mercedes-Benz- und Porsche-Museum, Ludwigsburg und Esslingen problemlos ohne Auto erreichbar. Der Stuttgarter Flughafen (STR) liegt rund 13 km südlich der Innenstadt und ist per direkter S-Bahn-Verbindung in etwa 30 Minuten erreichbar. Der Stuttgarter Hauptbahnhof befindet sich seit Langem im Umbau (Stuttgart 21), was über die Jahre einzelne Zugangswege beeinflusst hat — bei Ankunft mit der Bahn lohnt es sich, die aktuelle Wegführung zu prüfen. Der schwäbische Dialekt und die lokale kulturelle Identität (Sparsamkeit, Ingenieurspräzision, ein ausgeprägter, von Bayern klar abgegrenzter Regionalstolz) sind vor Ort tief verwurzelt, und die kompakte, hügelige Stadtstruktur belohnt bequemes Schuhwerk ebenso wie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage braucht man für Stuttgart?

Zwei bis drei Tage reichen für Mercedes-Benz- und Porsche-Museum, die Altstadt und eine Weinbergwanderung gut aus. Mit einem Tagesausflug nach Ludwigsburg oder Esslingen sind es drei bis vier Tage.

Kann man Mercedes-Benz- und Porsche-Museum an einem Tag besuchen?

Möglich, aber knapp bemessen — beide sind umfangreiche Museen auf gegenüberliegenden Stadtseiten und verdienen jeweils realistisch 3-4 Stunden. Die meisten Besucher, die beide sehen möchten, teilen sie auf zwei Tage auf oder priorisieren nach persönlichem Interesse.

Ist Stuttgart für Wein bekannt?

Ja — Stuttgart ist unter den deutschen Großstädten ungewöhnlich, weil aktive Weinberge des Weinbaugebiets Württemberg innerhalb der Stadtgrenzen liegen. Markierte Wanderwege führen Besucher durch bewirtschaftete Weinberge, und saisonale Besenwirtschaften bieten lokale Weinproben mit schwäbischer Küche.

Wann findet das Cannstatter Wasen statt?

Jeden Herbst, typischerweise von Ende September bis Anfang Oktober, zeitlich in etwa parallel zum Münchner Oktoberfest. Eine kleinere Frühjahrsausgabe, das Frühlingsfest, läuft jeden April als ruhigere Alternative.

Was eignet sich als Tagesausflug ab Stuttgart?

Der barocke Schlosskomplex in Ludwigsburg liegt rund 20 Minuten entfernt mit der Bahn und zählt zu den größten Schlossanlagen Deutschlands. Die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt von Esslingen ist direkt per S-Bahn für einen kürzeren Halbtagesausflug erreichbar.

Diplomatische Vertretungen in Stuttgart

17 Vertretungen in dieser Stadt, nach Region gruppiert.

Die Angaben stammen aus der redaktionell gepflegten Missionsdatenbank von Visaja (visaja.com) und werden mit offiziellen Regierungsquellen abgeglichen; das letzte Wort hat immer die Vertretung selbst.