Indien

  • Einwohner:14,8 Mio. Metropolregion
  • Zeitzone:IST (UTC+5:30)
  • IATA:CCU

Überblick

Kolkata lebt von Adda (dem endlosen Gespräch), Rosogolla und der festen Überzeugung, dass Kunst wichtiger ist als Handel.

Reise

Kolkata ist die indische Stadt, über die sich Inder am meisten streiten — von manchen als verblasst und chaotisch abgetan, von anderen leidenschaftlich als kulturelle Seele des Landes verteidigt. Beide haben recht. Die ehemalige britische Kolonialhauptstadt trägt ihre viktorianische, gotische und Art-déco-Architektur wie einen abgetragenen Anzug, der mit den Jahren nur besser aussieht: Das Victoria Memorial aus weißem Marmor leuchtet gegen den Monsunhimmel, das Writers' Building thront mit bröckelnder Pracht über dem BBD Bagh, und die Howrah Bridge befördert täglich 100.000 Fahrzeuge über den Hooghly — ohne eine einzige Schraube, komplett genietet. Doch Kolkatas eigentliche Anziehungskraft liegt nicht in Bauwerken, sondern im Alltag. Morgenspaziergänge über den Maidan, Frühstück mit Luchi und Alur Dom vom Straßenstand, nachmittags Stöbern in den Antiquariaten der College Street, abends Adda — die unübersetzbare bengalische Kunst des langen, mäandernden Gesprächs bei Chai — und nachts experimentelles Theater oder Rabindra-Sangeet-Konzerte. Das Essen allein rechtfertigt die Reise: Die bengalische Küche gilt als Indiens raffinierteste, aufgebaut auf Senföl, der Fünf-Gewürz-Mischung Panch Phoron und Fisch — vor allem Hilsa, den Bengalen mit einer Ehrfurcht behandeln, die Franzosen für Trüffel reservieren. Während der Durga Puja im Oktober verwandelt sich die Stadt in eine Open-Air-Kunstinstallation mit Tausenden Pandals, die um die spektakulärsten Bauten wetteifern — für fünf Tage wird Kolkata zum größten öffentlichen Kunstfestival der Welt.

Das Victoria Memorial erhebt sich am Südrand des Maidan, seine Kuppel aus weißem Makrana-Marmor — eine Mischung aus Taj Mahal und British Museum, die man in den Tropen nicht erwartet. Zwischen 1906 und 1921 erbaut, beherbergt es heute 28.394 Artefakte von der East India Company bis zur Unabhängigkeit, darunter seltene Gemälde der Daniell-Brüder und Mogul-Miniaturen. Eintritt: ₹30 für Inder, ₹500 für Ausländer. Die umliegenden Gärten sind Kolkatas Jogging-Revier bei Morgengrauen und Flaniermeile bei Sonnenuntergang. Nordwestlich über den Maidan liegt BBD Bagh (ehemals Dalhousie Square), wo sich Kolkatas eindrucksvollste Kolonialbauten konzentrieren: das Writers' Building (1780, Hauptquartier der East India Company), die St. John's Church (1787) und das General Post Office mit seiner gewaltigen Kuppel nach Vorbild von St. Paul's Cathedral. Das Viertel ist ein funktionierendes Geschäftszentrum — Regierungsbeamte und Chai-Wallahs teilen sich den Raum mit jahrhundertealten Gebäuden in verschiedenen Stadien romantischen Verfalls. Für deutschsprachige Besucher lohnt sich ein Vergleich mit Kalkuttas ehemaliger Schwesterstadt Singapur, die einen völlig anderen Weg der Modernisierung eingeschlagen hat.

Häufig gestellte Fragen

Vier, wenn die Stadt einen überhaupt reizt: einen für das koloniale Viertel und das Victoria Memorial, einen, der im Morgengrauen auf der Howrah Bridge und am Blumenmarkt beginnt und in Kumartuli endet, einen für die College Street, das Kaffeehaus und die Museen — und einen ganz ohne Plan, denn für diesen Tag ist Kolkata eigentlich gemacht. Während der Durga Puja plant man eher mehr Tage ein als weniger und bucht Monate im Voraus.

Diplomatische Vertretungen in Kolkata

10 Vertretungen in dieser Stadt, nach Region gruppiert.

Die Angaben stammen aus der redaktionell gepflegten Missionsdatenbank von Visaja (visaja.com) und werden mit offiziellen Regierungsquellen abgeglichen; das letzte Wort hat immer die Vertretung selbst.