Taiwan
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+886
Hauptstadt
Taipei
Bevölkerung
23,3 Mio. (2026)
Sprachen
taiwanisches Mandarin · Taiwanese Hakka · Taiwanisch · Amisisch · Paiwan
Fläche
36.193 km²
Stromnetz
110 V
Steckertypen
Stecker-Typ A · Stecker-Typ B
Fahrseite
rechts
Einheimischer Name
臺灣
Region
Asien
Ostasien
Zeitzone
Taipeh-Normalzeit
UTC+08:00
Auf dieser Seite
Taiwan ist für viele deutschsprachige Reisende der zugänglichste Einstieg nach Ostasien — eine Insel etwa so groß wie die Niederlande, mit dramatischer Vielfalt auf engstem Raum: Hochgebirge bis 3.952 m (Yushan, höher als Großglockner und Zugspitze), Marmor-Schluchten (Taroko), tropische Strände im Süden (Kenting), eine der dichtesten Tempel- und Nachtmarkt-Kulturen Asiens, und eine Hochgeschwindigkeitseisenbahn (THSR), die Taipei und Kaohsiung in 90 Minuten verbindet — Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ICE, Railjet und SBB gewohnt sind, finden sich sofort zurecht. Taipei ist die Hauptstadt: Taipei 101 (von 2004 bis 2010 das höchste Gebäude der Welt — die deutsche Firma Schöck war beim Schwingungsdämpfer beteiligt), Nationaler Palastmuseum (eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen chinesischer Kunst), die Nachtmärkte von Shilin, Raohe und Ningxia, und die Beitou-Thermalbäder nördlich der Stadt, die mit vulkanischem Wasser gespeist werden und eine ausgedehnte Onsen-Kultur im japanischen Stil bieten — für Gäste aus Baden-Baden, Bad Gastein oder Bad Ragaz sofort vertraut. Tainan, die alte Hauptstadt im Süden, bewahrt die ältesten Schichten der Inselgeschichte. Direktflug ab Frankfurt nach Taipei (Lufthansa und China Airlines, etwa 13 Stunden); ab Wien, München, Berlin und Zürich Umstieg über Hongkong, Bangkok, Singapur oder Frankfurt. Reisende benötigen einen Reisepass mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit (Personalausweis genügt nicht — Taiwan liegt nicht im Schengen-Raum); Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, Österreichs und der Schweiz reisen 90 Tage visumfrei ein. Währung ist der Neue Taiwan-Dollar (NT$), nicht der Euro; Mandarin (in Langzeichen) ist Amtssprache, Englisch ist in Tourismus, Hotels und U-Bahn weit verbreitet. Das Goethe-Institut Taipei besteht seit 1963 und betreut Kultur- und Sprachprogramme.
Visum und Einreise nach Taiwan
Taiwan gewährt Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie der EU, des Vereinigten Königreichs, der USA, Kanadas, Australiens, Neuseelands, Japans und vieler weiterer Staaten 90 Tage visumfreie Einreise zu touristischen oder geschäftlichen Zwecken — ohne Vorab-Antrag, ohne ETA, ohne Online-Registrierung. Voraussetzung ist ein Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit über die geplante Aufenthaltsdauer hinaus und in der Regel ein Rückflugticket oder Weiterreisenachweis. Eine Verlängerung der visumfreien Einreise ist im Normalfall nicht möglich; wer länger bleiben möchte, beantragt im Voraus ein „Visitor Visa" (Mehrfacheinreise möglich) bei einer Auslandsvertretung Taiwans. Der Personalausweis genügt nicht — Taiwan ist kein Schengen-Mitglied. Die Einreise erfolgt fast ausschließlich über den Flughafen Taoyuan International (TPE), 40 km westlich von Taipei, mit Schnellbahn-Anbindung (Taoyuan Airport MRT, 35 Minuten ins Stadtzentrum). Taiwan unterhält ein eigenständiges Einreiseregime und ist von der Volksrepublik China unabhängig zu betrachten — chinesische Visa berechtigen nicht zur Einreise nach Taiwan, und ein Aufenthalt in Taiwan beeinflusst spätere China-Einreisen üblicherweise nicht. Aktuelle Bestimmungen sind beim Auswärtigen Amt (auswaertiges-amt.de), bei der BMEIA (bmeia.gv.at) und beim EDA (eda.admin.ch) sowie bei der „Taipeh Vertretung" in Berlin, Wien und Bern abrufbar.
Gängige Visumtypen
Visumfreie Einreise (90 Tage)
Tourismus, Geschäftsreisen, Familienbesuche, Konferenzen, Kulturreisen, Kurzaufenthalte zur Sondierung von Studium oder Arbeit für Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und der weiteren EU/EWR-Staaten.
Visitor Visa (60–180 Tage, Einzel- oder Mehrfacheinreise)
Längere touristische Aufenthalte, intensive Sprachstudien an taiwanischen Sprachschulen, ausgedehnte Familienbesuche, Vorbereitung von Studium oder Arbeit, Praktika.
Resident Visa und Alien Resident Certificate (ARC)
Studium an taiwanischen Universitäten (Mandarin-Programme von National Taiwan University, NTU, oder National Cheng Kung University, NCKU), Arbeitsaufnahme mit taiwanischem Arbeitgeber, Familienzusammenführung, taiwanisches Gold Card-Programm für Fachkräfte (Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Architektur, Recht).
Wichtige Reiseinformationen für Taiwan
•Reisepass mit mindestens 6 Monaten...
•Direktflug Frankfurt–Taipei mit China Airlines...
•Währung ist der Neue Taiwan-Dollar...
•Die EasyCard (kontaktlose Verkehrskarte) wird...
•In der Taipei-MRT (U-Bahn) gilt...
•Convenience-Stores (7-Eleven, FamilyMart) sind alle...
•Hochgeschwindigkeitseisenbahn THSR verbindet Taipei mit...
•Englisch ist in Tourismus, Hotels,...
•Trinkgeld ist nicht üblich —...
•Taiwan nutzt 110-Volt-Strom mit Steckern...
•Taifun-Saison Juni bis Oktober mit...
•Taiwan gilt als außergewöhnlich sicher...
•Leitungswasser nicht zum Trinken empfohlen...
•Roller-Mietverleih ist beliebt, erfordert jedoch...
•Politische Sensibilität: Taiwan und die...
Taiwan überrascht deutschsprachige Reisende mit einer Dichte an Erlebnissen, die kein anderes ostasiatisches Reiseziel auf so kleinem Raum bietet: Hochgebirge bis fast 4.000 m, ein Marmorcanyon (Taroko), tropische Strände, eine der lebendigsten Tempel- und Nachtmarkt-Kulturen Asiens, ein U-Bahn-Netz und eine Hochgeschwindigkeitseisenbahn auf Schweizer Niveau, und eine bemerkenswerte Sicherheit (Reisende lassen Smartphones auf Café-Tischen liegen, ohne dass etwas passiert). Taipei ist der natürliche Einstieg: Taipei 101 mit der Aussichtsplattform im 89. Stock, das Nationale Palastmuseum mit der weltweit bedeutendsten Sammlung kaiserlicher chinesischer Kunst (1949 vor der kommunistischen Machtübernahme aus Peking gerettet), die Tempel von Longshan und Bao-an, die Nachtmärkte von Shilin und Raohe, die Beitou-Thermalbäder (Onsen-Bäder im japanischen Stil mit Außenpools und Badehäusern, vergleichbar mit Baden-Baden) und das Wanderviertel Maokong mit Teeplantagen. Von Taipei aus erreicht man in zwei Stunden mit dem Zug die Marmor-Schlucht Taroko an der Ostküste, in dreieinhalb Stunden mit dem THSR-Hochgeschwindigkeitszug Tainan im Süden mit der ältesten Stadtgeschichte der Insel, und in einer Stunde Flug die alpine Bergregion Alishan mit dem berühmten Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer. Sun-Moon-See im Hochland von Nantou ist Taiwans größtes Binnengewässer und ein beliebter Wochenend-Rückzugspunkt. Die Ostküste von Hualien nach Taitung mit der Highway 11 ist eine der schönsten Küstenstraßen Asiens — wenig befahren, mit dramatischen Felsküsten, kleinen Fischerdörfern und der Möglichkeit, mit Tagesausflügen Wale und Delfine zu beobachten. Im Süden bei Kenting findet man Taiwans einzige tropische Strandregion mit Korallenriffen. Currency ist der Neue Taiwan-Dollar (NT$, nicht Euro), Bezahlung in der Stadt überwiegend per EasyCard (kontaktlose Verkehrskarte) oder Kreditkarte; auf Nachtmärkten und in ländlichen Regionen weiterhin Bargeld. Die 7-Eleven- und FamilyMart-Convenience-Stores (alle paar Häuserblocks) sind Lebensretter — Geldautomaten, warme Mahlzeiten, Paketversand, Karten-Aufladung, saubere Toiletten. Beste Reisezeit: Oktober bis April (kühl und trocken); Sommer (Juni bis September) heiß und feucht mit Taifun-Risiko, August und September sind die kritischsten Monate.
Entdecken Sie Taiwan
Taipei: Hauptstadt der Kontraste
Taipei verbindet Tradition und Moderne mit einer Selbstverständlichkeit, die deutschsprachige Reisende beeindruckt. Der Wolkenkratzer Taipei 101 (508 m, von 2004 bis 2010 das höchste Gebäude der Welt — die Schweizer Maurer Söhne Engineering wirkte an der Glasfassade mit) dominiert die Skyline und beherbergt im 89. Stock eine Aussichtsplattform mit Sicht über den gesamten Taipei-Becken; daneben stehen jahrhundertealte Tempel, in denen morgens die Räucherstäbchen brennen. Die Nachtmärkte definieren die Stadtkultur: Shilin (das größte und touristischste, mit Hunderten Essensständen), Raohe (kompakter, mit Tempeltoren an beiden Enden) und Ningxia (lokal, traditionell). Das Nationale Palastmuseum (Gugong) im Norden der Stadt zeigt die weltweit bedeutendste Sammlung kaiserlicher chinesischer Kunst — über 700.000 Stücke, die 1948/49 vor der kommunistischen Machtübernahme aus dem Pekinger Palastmuseum nach Taiwan gerettet wurden. Der Longshan-Tempel im Stadtteil Wanhua ist ein lebendiges religiöses Zentrum aus dem 18. Jahrhundert. Die Beitou-Thermalbäder im Norden nutzen vulkanisches Wasser — mit öffentlichen Bädern, Badehäusern und Onsen-Resorts, die für Gäste aus Baden-Baden, Bad Gastein oder Bad Ragaz sofort vertraut wirken. Die Taipei-MRT (U-Bahn) ist hocheffizient, englisch beschildert und mit der kontaktlosen EasyCard bezahlbar — vergleichbar mit Wiener U-Bahn oder Münchner S-Bahn, jedoch günstiger.
Taroko-Schlucht: Marmorcanyon der Superlative
Die Taroko-Schlucht im gleichnamigen Nationalpark an der Ostküste ist Taiwans dramatischste Naturkulisse — ein 19 km langer Marmorcanyon, vom Liwu-Fluss aus der zentralen Bergkette herausgewaschen, mit senkrechten Wänden von mehreren hundert Metern Höhe. Der Park gehört zu den meistbesuchten Schutzgebieten Asiens und ist mit dem Zug von Taipei in zwei Stunden nach Hualien (gefolgt von Bus oder Mietroller) gut erreichbar. Der Shakadang-Pfad führt entlang eines kristallklaren Flusses durch Marmorformationen — leicht zu bewältigen und für jeden Fitnessgrad geeignet. Der anspruchsvollere Zhuilu-Old-Trail erfordert Genehmigung und führt entlang einer Steilwand, die jenseits aller Vorstellungen wirkt. Die Frühlingstempel-Klosteranlage (Eternal Spring Shrine) ist hinter einem Wasserfall in den Felsen geschlagen. Wer mehr Zeit hat, übernachtet in einer der Lodges in Hualien, fährt mit dem Roller durch die Tunnel und über die Brücken der Schlucht und kombiniert mit der Ostküstenstraße Highway 11 nach Süden — eine der landschaftlich schönsten Küstenstraßen Asiens. Die nahegelegene Stadt Hualien ist außerdem Ausgangspunkt für Walbeobachtungstouren (Pottwale, Delfine, in der Saison Mai bis Oktober). Beste Reisezeit: November bis April (trocken, kühl); Sommer feucht, Taifun-Risiko August/September.
Nachtmärkte: Taiwans kulinarische Seele
Die Nachtmärkte sind das Herz der taiwanischen Esskultur — ein Konzept, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine direkte Entsprechung hat. Hunderte Stände entlang einer Marktstraße, geöffnet von späten Nachmittag bis Mitternacht, mit überwältigender Vielfalt: Xiao Long Bao (gefüllte Suppen-Teigtaschen), Gua Bao (Schweinebauch im gedämpften Brötchen — Taiwans Antwort auf den Burger), Austern-Omelette, Stinky Tofu (fermentierter Tofu, frittiert — der Geruch ist heftig, der Geschmack erstaunlich), Frühlingszwiebel-Pfannkuchen, Bubble Tea (in Taichung in den 1980er-Jahren erfunden), gegrillte Tintenfische, Salt-and-Pepper-Hähnchen — und Hunderte regionaler Spezialitäten. Jeder Markt hat seinen Charakter: Shilin in Taipei ist das größte und touristischste, mit Volksfest-Atmosphäre und Spielhallen; Raohe ist kompakter und atmosphärischer; Fengjia in Taichung ist Taiwans größter Markt und experimenteller; Liuhe in Kaohsiung ist die südliche Variante mit Meeresfrüchten; und der nördliche Keelung Miaokou-Markt am Hafen wird vor allem für seine frischen Fisch-Spezialitäten geschätzt. Die Preise sind im Vergleich zu Asiens entwickelten Volkswirtschaften erstaunlich niedrig — eine sättigende Hauptmahlzeit kostet meist nur einige Dollar. Märkte öffnen täglich (außer bei Taifun); Wochenenden bringen die größte Vielfalt, aber auch die größte Menge.
Sun-Moon-See: Alpine Stille im Hochland
Der Sun-Moon-See (Riyuetan) in der zentralen Bergkette ist mit 7,9 km² Fläche Taiwans größtes Binnengewässer, auf 748 m Höhe gelegen, oft in Morgennebel gehüllt und von bewaldeten Bergen umgeben. Der Name leitet sich aus der Form ab — die östliche Hälfte rund wie die Sonne, die westliche halbmondförmig. Die indigene Thao-Gemeinschaft lebt seit Jahrhunderten am Ufer und betreibt heute Souvenir-Werkstätten, kleine Restaurants mit Wildschwein und Bambus-Reis sowie Bootsanleger. Reisende erkunden den See per Fahrradweg (rund 30 km Rundkurs auf eigener Trasse, ausgezeichnet als eine der landschaftlich schönsten Radstrecken Asiens), per Touristenboot (Stopps auf der Insel Lalu und an mehreren Tempeln) oder per Seilbahn zum Formosan Aboriginal Culture Village. Der Wenwu-Tempel im Norden ragt mit gewaltigen Löwenstatuen über die Uferpromenade; der Xuanzang-Tempel beherbergt buddhistische Reliquien und bietet Panoramablick. Die Region produziert hervorragenden Hochgebirgs-Oolong-Tee — die kleinen Teehäuser am Ufer sind ideal für eine Pause. Anreise mit Bus von Taichung HSR-Bahnhof in etwa 80 Minuten. Übernachtung in Lodges, Familienpensionen oder Resort-Hotels mit heißen Quellen und See- und Bergblick. Werktagvormittage vor Ankunft der Tagesgruppen sind die ruhigsten Stunden.
Alishan: Berge, Wälder und Sonnenaufgang
Das Alishan-Gebiet im zentraltaiwanischen Hochland ist berühmt für drei Dinge: die historische Schmalspurbahn (Alishan Forest Railway) von Chiayi durch tropische Tieflandwälder bis auf 2.216 m Höhe — durch 49 Tunnel und über 77 Brücken in 72 km, eine der schönsten und technisch bemerkenswertesten Bergbahnstrecken Asiens; den Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer (Yunhai), für den Reisende vor Tagesanbruch in den kleinen Sonnenaufgangs-Zug nach Zhushan steigen, von wo aus Berggipfel als Inseln aus den Wolken ragen — ein Bild, das vielen Reisenden in Erinnerung bleibt; und den Hochgebirgs-Oolong-Tee (Alishan Gao Shan Cha), der auf den Terrassen der Region wächst und zu den geschätztesten Tees Taiwans zählt. Die Wanderwege durch die Zypressenwälder mit Bäumen über 2.000 Jahre alt sind selbst im Hochsommer kühl und duften nach Holz. Anreise: HSR-Hochgeschwindigkeitszug von Taipei nach Chiayi (90 Minuten), Bus oder Schmalspurbahn nach Alishan (etwa drei Stunden). Übernachtung in den Berg-Hotels innerhalb des Schutzgebiets oder günstiger im Tal. Beste Reisezeit März bis April (Kirschblüte) und Oktober bis Dezember (klare Sicht).
Ostküste: Schroffe Pazifikschönheit
Die Ostküstenstraße (Highway 11) zwischen Hualien und Taitung gehört zu den landschaftlich beeindruckendsten Küstenstraßen Asiens — die zentrale Gebirgskette stürzt im Westen ab, der Pazifik öffnet sich im Osten, dazwischen verläuft eine zweispurige Straße über 180 km mit Aussichtspunkten, kleinen Fischerhäfen und Reisefeldern. Die Region wird von mehreren indigenen Volksgruppen bewohnt (Amis, Bunun, Truku) und ist deutlich weniger besucht als die Westküste. Sanxiantai (San-Hsien-Tai), eine durch eine Acht-Bogen-Brücke mit dem Festland verbundene kleine Insel mit Leuchtturm, ist eine der populärsten Sehenswürdigkeiten. Shihtiping ist bekannt für seine Vulkanfelsen und Gezeitentümpel. Dulan ist ein Künstler- und Surferdorf mit Café-Szene, Galerien und konstanten Wellen. Taitung im Süden bildet die Basis für Ausflüge zur Insel Green Island (Vulkaninsel mit heißen Quellen, Schnorcheln, Tauchen, per Fähre erreichbar) oder Orchid Island (Lanyu, Heimat der Tao-Indigenen). Die beste Art der Erkundung ist mit Mietroller oder Mietwagen — in eigenem Tempo, mit Stopps an kleinen Fischerhäfen für gegrillten Tintenfisch und frischen Fisch. Übernachtungen in B&Bs (Minsu) bei taiwanischen Familien sind eine eigene Reise-Erfahrung.
Tainan: Antike Hauptstadt und historisches Herz
Tainan im Südwesten Taiwans ist die älteste Stadt der Insel und war bis 1885 ihre Hauptstadt — die Schichten der Geschichte sind hier sichtbar wie nirgendwo sonst: die Festung Anping (ehemals Fort Zeelandia, heute Museum mit Turm und Blick auf die Küste), Tempel und Stadttore aus der Qing-Dynastie, historische Architektur aus dem frühen 20. Jahrhundert und traditionelle Stadtviertel, in denen das Leben weiterläuft wie seit Generationen. Das nahegelegene Anping Tree House zeigt ein altes Lagergebäude, das Banyan-Wurzeln über Jahrzehnte zurückerobert haben — ein Bild wie aus Angkor Wat. Die Tempeldichte in Tainan übertrifft jede andere Stadt Taiwans; der Confucius-Tempel mit seinem ruhigen Garten ist einer der ältesten konfuzianischen Tempel in Taiwan. Tainan reklamiert für sich die ältesten und besten Speisen der Insel: das beste Rindersuppen-Frühstück, das beste „Coffin Bread" (eine ausgehöhlte Toastscheibe mit Curry-Füllung) und unzählige traditionelle Snacks, die nirgendwo sonst zu finden sind. Die Nachtmärkte sind weniger touristisch als jene in Taipei und konzentrieren sich auf lokale Spezialitäten. HSR-Anbindung Taipei–Tainan in 105 Minuten.
Kenting: Tropisches Paradies im Süden
Kenting auf der Hengchun-Halbinsel an der Südspitze Taiwans ist die einzige tropische Strandregion der Insel — warmes, klares Wasser, Korallenriffe, weiße Sandstrände und eine deutlich entspanntere Atmosphäre als das ansonsten zurückhaltende Taiwan. Der Kenting-Nationalpark schützt die Felsküsten und Wälder; Baisha (South Bay) ist der Hauptbadestrand mit Wassersport, kleineren Buchten erreichbar per Roller. Die Hauptstraße Kenting Street verwandelt sich abends in einen Fußgänger-Nachtmarkt mit Essensständen, Bars und Souvenirläden, der vor allem während der Sommerferien und an Feiertagen voll ist. Der Eluanbi-Leuchtturm markiert die Südspitze Taiwans, mit Küstenwanderwegen und Pazifikblick. Der Longpan-Park bietet eine Weidelandschaft, die direkt in Steilküsten übergeht. Schnorcheln und Tauchen erschließen Korallengärten in den geschützten Zonen des Schutzgebiets. Das jährliche Spring Scream-Musikfestival im April macht Kenting für ein Wochenende zum Anziehungspunkt für taiwanische und internationale Besucher, die einen Strandurlaub mit Live-Musik suchen. Anreise: HSR von Taipei nach Zuoying (Kaohsiung) in 90 Minuten, dann Bus nach Kenting in 2,5 Stunden — oder Mietwagen für die ganze Tour mit der landschaftlich schönen Bergstraße über die Halbinsel.
Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben
Taiwans Nachtmärkte sind das Herz der Esskultur und für deutschsprachige Reisende ein Konzept ohne direkte Entsprechung. Shilin, Raohe und Ningxia in Taipei, Fengjia in Taichung, Liuhe in Kaohsiung und Keelung Miaokou im Norden bieten Hunderte Stände mit Xiao Long Bao, Gua Bao, Austern-Omelette, Stinky Tofu, Bubble Tea (in Taiwan erfunden) und unzähligen regionalen Spezialitäten zu erstaunlich niedrigen Preisen — eine sättigende Hauptmahlzeit kostet selten mehr als ein paar Dollar.
Die Marmor-Schlucht Taroko an der Ostküste, die Sonnenaufgangs-Eisenbahn und Zypressenwälder in Alishan, der Yushan (3.952 m, höher als Großglockner und Zugspitze, höchster Berg Taiwans) und das Hochland um den Sun-Moon-See bieten Wanderungen für jedes Niveau — von leichten Spazierwegen bis zu mehrtägigen Touren mit Genehmigung. Die DNT-vergleichbaren Wegenetze sind gut markiert; Berghütten sind über das System der Nationalparkverwaltung buchbar.
Taipei mit Taipei 101, Nationalem Palastmuseum, den Tempeln Longshan und Bao-an, den Beitou-Thermalbädern und der Maokong-Teezone; Tainan als alte Hauptstadt mit der Festung Anping, dem Konfuzius-Tempel und der dichtesten Tempelkultur des Landes; Lukang als atmosphärische Hafenstadt mit historischer Architektur; Tamsui im Norden mit dem historischen Fort Santo Domingo, dem Fischereiviertel und dem Abendmarkt am Flussufer. Mit HSR und U-Bahn lassen sich die wichtigsten Städte autofrei erreichen.
Die Ostküstenstraße Highway 11 zwischen Hualien und Taitung gehört zu den schönsten Asiens; die Penghu-Inseln in der Taiwanstraße bieten Vulkanlandschaften und Strände; Green Island (Lüdao) und Orchid Island (Lanyu) sind kleinere Vulkaninseln mit heißen Quellen, Tauchgründen und indigener Kultur; Kenting im Süden ist Taiwans tropische Strandregion mit Korallenriffen.
Taiwan ist eine der weltweit besten Adressen für Oolong-Tee — Alishan, Lishan und Sun-Moon-See produzieren einige der gefragtesten Hochgebirgs-Oolongs. Plantagenbesuche, Verkostungen in traditionellen Teehäusern (Maokong in Taipei, Pinglin östlich der Stadt) und der Direktkauf bei kleinen Erzeugern zu Preisen weit unter dem internationalen Einzelhandel sind Teil jeder ernsthaften Taiwan-Reise.
Taiwan hat eine ausgedehnte Thermalkultur im japanischen Stil — Beitou im Norden Taipeis ist die bekannteste Region mit öffentlichen Bädern, Badehäusern und Onsen-Resorts; Wulai südlich von Taipei kombiniert heiße Quellen mit indigener Atayal-Kultur; Guanziling in Tainan bietet die seltenen schwarzen Thermalwasser. Für Bäderfreunde aus Baden-Baden, Bad Gastein oder Bad Ragaz ist die Atmosphäre sofort vertraut.
Geld & Währung
Neuer Taiwan-Dollar (NT$, TWD)
Währungscode: TWD
Praktische Geldtipps
Bei Ankunft in TWD tauschen
Der Neue Taiwan-Dollar (TWD) ist die offizielle Währung. Wechselstuben am Flughafen Taoyuan bieten gute Kurse bei der Ankunft. Schweizer Franken lassen sich direkt in TWD tauschen — Banken, Wechselstuben und der Flughafen nehmen CHF an. Kleine Scheine für Taxis und Märkte bereithalten.
ATMs flächendeckend verfügbar
Geldautomaten für internationale Visa-, Mastercard- und UnionPay-Karten sind in 7-Eleven- und FamilyMart-Filialen sowie Banken in ganz Taiwan zu finden. Sogar in kleineren Städten gut abgedeckt.
Karten in den meisten Betrieben akzeptiert
Kredit- und Debitkarten werden in Hotels, Kaufhäusern, Kettenrestaurants und grösseren Geschäften akzeptiert. Nachtmärkte und traditionelle Marktstände sind in der Regel nur Bargeld. Die EasyCard (悠遊卡) funktioniert im MRT, in Bussen und bei Convenience-Stores.
Bargeld für traditionelle Lokale mitführen
Nachtmärkte, Strassenessen, kleine Tempel und ländliche Betriebe nehmen nur Bargeld. TWD 1.000–2.000 reichen für einen typischen Nachtmarktbesuch.
Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.
Welche Währung gilt in Taiwan?
Kann ich internationale Bankkarten und ATMs in Taiwan nutzen?
Funktionieren Apple Pay und Google Pay in Taiwan?
Was ist die EasyCard und brauche ich eine?
Wo tausche ich am besten Geld in Taiwan?
Sind Nachtmärkte wirklich nur Bargeld?
Ist Trinkgeld in Taiwan üblich?
Gibt es Devisenbeschränkungen bei der Ausreise?
Ausländische Vertretungen in Taiwan
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Wichtige Herkunftsländer
Alle Länder nach Kontinent
Europa(1)
Amerika(1)
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