Frankreich · Auvergne-Rhône-Alpes
Lyon
- Einwohner:520.000 (Metropole 1,7 Mio.)
- Zeitzone:CET/CEST
- IATA:LYS
- Währung:EUR — dieselbe Währung wie in Deutschland und Österreich, kein Wechsel nötig. Karten werden fast überall akzeptiert. Bargeld nützlich für Marktstände und kleine Bouchons.
- Stadtteile:Vieux Lyon (Renaissance old town) · Presqu'île (civic centre) · Croix-Rousse (bohemian silk-weavers' hill) · Part-Dieu (TGV hub and business district)
Überblick
Lyon ist Frankreichs Gourmethauptstadt — eine UNESCO-Welterbestadt, in der Renaissance-Seidenhändlerpaläste die Saône säumen, traditionelle Bouchon-Restaurants Quenelles und Tablier de Sapeur servieren, und die Beaujolais- und Côtes-du-Rhône-Weinberge direkt vor den Toren beginnen.
Geschichte
Lyon wurde 43 v. Chr. als römische Kolonie Lugdunum gegründet und diente als Hauptstadt des römischen Gallien. Die Seidenindustrie ab dem 15. Jahrhundert brachte den Renaissance-Reichtum, der in der Architektur von Vieux Lyon sichtbar ist. Die Canuts (Seidenweber) von Croix-Rousse führten einige der ersten Arbeiteraufstände der modernen Geschichte an (1831, 1834). Die Brüder Lumière erfanden hier 1895 das Kino. Im Zweiten Weltkrieg war Lyon die Hauptstadt der Résistance. Paul Bocuse etablierte die Stadt ab den 1960er Jahren als Frankreichs gastronomische Referenz.
Kultur
Lyon ist für die französische Gastronomie, was Florenz für die italienische Kunst ist — die unangefochtene Hauptstadt. Die Bouchon-Kultur ist einzigartig lyonesisch: Quenelles de brochet, Tablier de sapeur, Cervelle de canut, Salade lyonnaise, Saucisson brioché, Tarte aux pralines. Die Halles de Lyon–Paul Bocuse sind der Gourmettempel der Stadt. Die Beaujolais-Weinberge beginnen 30 Minuten nördlich. Die Fête des Lumières im Dezember zieht Millionen an — Restaurants Wochen im Voraus reservieren. Für deutschsprachige Reisende, die gerne gut essen: Lyon ist eine der lohnendsten Gourmetstädte Europas zu Preisen, die Paris um 30–40 % unterbieten. Feste: Fête des Lumières (Dezember — spektakuläres Lichtkunstfestival in der ganzen Stadt), Nuits de Fourvière (Juni–Juli — Musik, Theater und Tanz im römischen Amphitheater), Nuits Sonores (Mai — Festival für elektronische Musik), Beaujolais Nouveau (dritter Donnerstag im November — Weinfreigabe). Museen: Musée des Confluences, Musée des Beaux-Arts, Institut Lumière, Musée des Tissus et des Arts Décoratifs, MAC Lyon (zeitgenössische Kunst).
Praktisches
Sicherheit: Lyon ist sicher. Übliche Vorsicht im Viertel Part-Dieu nachts und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Flussufer sind belebt und gut beleuchtet. Notruf: 112. Sprache: Französisch. Englisch wird in Touristengebieten und von jüngeren Lyonern gesprochen. Ein paar Worte Französisch (Bonjour, Merci) öffnen Türen außerhalb des Zentrums. Deutsch wird selten verstanden — anders als im nahen Straßburg. Währung: EUR — dieselbe Währung wie in Deutschland und Österreich, kein Wechsel nötig. Karten werden fast überall akzeptiert. Bargeld nützlich für Marktstände und kleine Bouchons.
Reise
Lyon liegt am Zusammenfluss von Rhône und Saône — eine Lage, die der Stadt zwei Flüsse, eine dramatische Hangaltstadt und eine Halbinsel (Presqu'île) beschert hat, die als bürgerliches und kommerzielles Herz dient. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Lyon ausgezeichnet erreichbar: der TGV braucht von Paris 2 Stunden, von Genf 2 Stunden, von Zürich 4 Stunden; Direktflüge verbinden Lyon mit Frankfurt, München, Wien und Zürich. Vieux Lyon, am Fuß des Fourvière-Hügels, ist eines der größten intakten Renaissance-Viertel Europas: vier Jahrhunderte Seidenhandelreichtum schufen Innenhöfe, Türme und die berühmten Traboules — überdachte Durchgänge, die quer durch Gebäude von Straße zu Straße führen, ursprünglich zum regengeschützten Transport von Seidenballen. Die Basilika Notre-Dame de Fourvière thront darüber mit Panoramablick über die Stadt, die zwei Flüsse und an klaren Tagen bis zu den Alpen und dem Mont Blanc. Doch Lyons wahre Identität ist gastronomisch. Paul Bocuse baute hier sein Imperium auf, die Halles de Lyon–Paul Bocuse dienen als Gourmetmarkt der Stadt, und der Bouchon — eine einzigartig Lyoner Institution — serviert Gerichte, die die Seele der Stadt definieren: Quenelles de brochet, Tablier de sapeur, Cervelle de canut, Salade lyonnaise und Saucisson brioché. Lyon hat die höchste Restaurantdichte pro Kopf in Frankreich. Das Musée des Confluences am Zusammenfluss der beiden Flüsse vereint Naturwissenschaft, Anthropologie und Geschichte in einem dekonstruktivistischen Bau, das Institut Lumière erinnert an die Geburt des Kinos, und die Fête des Lumières im Dezember verwandelt die Stadt in ein spektakuläres Lichtkunstfestival, das Millionen anzieht.
Vieux Lyon gliedert sich in drei Viertel — Saint-Jean (Kathedrale und Haupttouristenstraße), Saint-Paul (ruhiger, Handwerksbetriebe) und Saint-Georges (Wohnviertel am Fluss). Das Ensemble aus Renaissance- und Mittelaltergebäuden erhielt 1998 den UNESCO-Status. Die Traboules sind das Highlight: über 40 sind öffentlich zugänglich und führen durch Innenhöfe mit Wendeltreppen, Galerie-Loggien und Jahrhunderten von Patina. Die Kathedrale Saint-Jean-Baptiste vereint romanische und gotische Elemente mit einer astronomischen Uhr aus dem 14. Jahrhundert. Die Standseilbahn bringt Sie hinauf nach Fourvière — die Basilika beeindruckt mit ihrem überbordenden Interieur (Gold, Mosaiken, Glasfenster), und die Aussicht reicht an klaren Wintermorgen bis zum Mont Blanc.
Diplomatische Vertretungen in Lyon
5 Vertretungen in dieser Stadt, nach Region gruppiert.
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