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Steiermark

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Einführung

Die Steiermark ist nach Niederösterreich das zweitgrößte Bundesland Österreichs und das selbsternannte „grüne Herz" des Landes — zu sechzig Prozent bewaldet, durchzogen von Mur und Enns, gleitet sie von den Nördlichen Kalkalpen und dem Dachsteinmassiv im Nordwesten in den pannonisch geprägten Thermen- und Weingürtel im Südosten. Die Landeshauptstadt Graz mit ihrer UNESCO-Welterbe-Altstadt und Schloss Eggenberg ist nach Wien die zweitgrößte Stadt Österreichs. Ein einziges Bundesland fasst hier das Skigebiet Schladming-Dachstein mit Gletscher und Weltcup-Abfahrten, das Lipizzanergestüt Piber (Heimat der weißen Hengste der Wiener Spanischen Hofreitschule), die Riegersburg, die Wallfahrtsbasilika Mariazell, die seit über acht Jahrhunderten zentraleuropäische Pilger anzieht, und die Südsteirische Weinstraße entlang der slowenischen Grenze. Die Steiermark steht zudem für einige der eigenständigsten österreichischen Lebensmittel — Steirisches Kürbiskernöl (g.g.A.), Schilcher, Vulcano-Schinken und das Sulmtaler Huhn — die eine Regionalküche tragen, die vielen als die ausgeprägteste des Landes gilt.

Überblick

Der Charakter der Steiermark lebt vom Gegensatz zwischen dem gebirgigen Nordwesten und dem hügeligen Süden mit seinem Wein- und Thermenland. Im Nordwesten liegt Schladming-Dachstein: auf der Planai und auf dem Hauser Kaibling werden alljährlich Weltcup-Skirennen ausgetragen, am Dachsteingletscher führen ein 250-Meter-Skywalk, ein Eispalast und an klaren Tagen der Blick vom Großglockner bis in die ungarische Tiefebene zusammen. Das Salzkammergut greift aus Oberösterreich ins steirische Ausseerland herüber, mit Altaussee, Grundlsee und dem historischen Salzbergwerk. Östlich davon zieht sich das Murtal von den Niederen Tauern durch die mittelalterliche Eisenstadt Leoben und die Erzbergregion bei Eisenerz, wo der knallrote Erzberg seit der Römerzeit ununterbrochen abgebaut wird und bis heute drei Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr liefert. Graz liegt im Zentrum: das Renaissance-Schloss Eggenberg am Westrand der Stadt (UNESCO gemeinsam mit der Grazer Altstadt gelistet), der 1.445 m hohe Schöckl direkt über den Vororten, und die Murinsel — eine in den Fluss gesetzte Stahl-Glas-Insel von Vito Acconci — als Pendant zum biomorphen „Friendly Alien" des Kunsthauses Graz. Südlich davon weicht die Landschaft in das hügelige Land der Südsteirischen Weinstraße: Riedenlandschaften mit Sauvignon Blanc, Welschriesling, Morillon und dem heimischen Schilcher, gesäumt von Buschenschänken und den hölzernen Klapotetz-Windrädern, deren Klacken die Vögel aus den Reben hält. Im Steirischen Vulkanland im Südosten kommen — auf den Resten erloschener Vulkankegel — Thermen (Bad Blumau in Hundertwassers Pavillon-Architektur, Bad Radkersburg, Loipersdorf), Vulcano-Schinken aus auf vulkanischen Böden gehaltenen Mangalitza-Schweinen und die Riegersburg auf einem Basaltkegel zusammen. Kulturell hostet Graz im März das Filmfestival Diagonale, im Herbst den avantgardistischen Steirischen Herbst und ganzjährig das Universalmuseum Joanneum — den 1811 von Erzherzog Johann mitbegründeten Museumsverbund (zwanzig Museen und ein Zoo, Schloss Trautenfels), das älteste und größte Universalmuseum Österreichs.

Steiermark entdecken

Graz, Landeshauptstadt der Steiermark und zweitgrößte Stadt Österreichs, hat mit der größten erhaltenen mittelalterlich-renaissancezeitlichen Altstadt des Landes ein UNESCO-Welterbe seit 1999 — 2010 wurde Schloss Eggenberg am Westrand mit aufgenommen. Der Hauptplatz mit dem italienisch geprägten Rathaus und den Renaissance-Arkadenhöfen des Landhauses bildet den Kern einer Stadt, die kompakt genug ist, um sie an einem Vormittag zu erlaufen, und doch dicht genug an Cafés, Antiquariaten und Hofdurchgängen, um mehrere Tage zu füllen. Der bewaldete Schlossberg im Stadtzentrum trägt den mittelalterlichen Uhrturm — das ikonische Wahrzeichen der Stadt, mit den seit den 1560er Jahren vertauschten Stunden- und Minutenzeigern — und ist über die Schlossbergbahn-Standseilbahn, einen in den Felsen geschnittenen Glaslift oder einen überdachten Treppenaufgang erreichbar. Schloss Eggenberg, drei Kilometer westlich der Innenstadt, wurde ab 1625 vom norditalienischen Baumeister Pietro de Pomis für Hans Ulrich von Eggenberg als kalendarisch-kosmologisches Gesamtkunstwerk errichtet: 365 Fenster, vierundzwanzig Prunkräume (einer pro Stunde), 52 Türen pro Etage, alles um den Planetensaal mit über fünfhundert Deckengemälden komponiert. Der umliegende romantische Landschaftsgarten mit Pfauen und Labyrinth zählt zu den bedeutendsten historischen Parks Österreichs.

Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben

Graz Renaissance und UNESCO-Erbe

UNESCO-Altstadt mit den Renaissance-Arkadenhöfen des Landhauses, dem Uhrturm auf dem Schlossberg, dem italienisch geprägten Hauptplatz, der Murinsel und dem „Friendly Alien" des Kunsthauses am Fluss sowie das mitgelistete Schloss Eggenberg mit seinem 365-Fenster-Kalenderkonzept und den Deckengemälden des Planetensaals — das größte erhaltene mittelalterlich-renaissancezeitliche Stadtensemble Österreichs.

Schladming-Dachstein, Ennstal und Erzberg

Vier-Berge-Verbund Ski Amadé (Planai, Hauser Kaibling, Reiteralm, Hochwurzen) mit FIS-Skiweltcup und der flutlichtbeleuchteten Schladming Nightrace, dazu Sky Walk und Eispalast am Dachsteingletscher auf 2.700 Metern, der Nationalpark Gesäuse mit Wildwasser und Klettersteigen, und der Tagebau-Erzberg in Eisenerz.

Vulkanland-Thermen und die Riegersburg

Hundertwassers Bad Blumau mit seinen begrünten farbigen Pavillons, die Großtherme Loipersdorf, das barocke Bad Radkersburg an der slowenischen Grenze und die mittelalterliche Riegersburg auf einem 482 m hohen Basaltkegel — flankiert von der Vulcano-Schinkenproduktion aus Mangalitza-Schweinen auf vulkanischen Böden.

Südsteirische Weinstraße und Schilcherland

Südsteirische Weinstraße durch Sauvignon-Blanc-, Morillon- und Welschriesling-Rieden an der slowenischen Grenze mit Buschenschänken und hölzernen Klapotetz-Windrädern, dazu das Schilcherland in der Weststeiermark mit dem heimischen Blauen Wildbacher als Schilcher-Rosé und der Vinofaktur Genussregal Vogau als kuratiertem steirischem Weinforum.

Lipizzanergestüt Piber und equestrisches Erbe

Das Lipizzanergestüt Piber züchtet die weißen Hengste der Wiener Spanischen Hofreitschule — Besucher besichtigen Gestüt, Zuchthöfe und Almen, auf denen Stuten und Fohlen den Sommer verbringen, mit saisonalen Hengstpräsentationen („Ladies' Day") und einer Hubertusmesse jeden November.

Kürbiskernöl, Backhendl und steirische Küche

Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. — das tiefgrüne Markenzeichen der Region — neben Vulcano-Schinken, Pöllauer Hirschbirne, Sulmtaler Huhn, Backhendlsalat, Buschenschank-Brettljause und Sterz, die zusammen das tragen, was vielen als Österreichs ausgeprägteste Regionalküche gilt.

Steiermark — Praktische Reisehinweise

  • Graz ist sowohl für visumsbezogene Reisen wie für den Tourismus die naheliegendste Basis — der Hauptbahnhof verbindet im Tagesausflug mit Wien (Railjet, 2 h 40), Klagenfurt (Koralmtunnel, unter einer Stunde nach Vollausbau), Linz und Maribor in Slowenien.
  • Die Wintersaison in Schladming-Dachstein läuft etwa von Mitte Dezember bis Mitte April; der Dachsteingletscher ist ganzjährig befahrbar, in der Nebensaison aber mit eingeschränkten Öffnungszeiten — Seilbahnzeiten vor der Anreise prüfen, vor allem in den Übergangsmonaten.
  • Das Schladming Nightrace (FIS-Skiweltcup-Slalom der Herren, Ende Januar) hat das größte Einzel-Renntag-Publikum im alpinen Skirennsport — Unterkünfte sind ein Jahr im Voraus ausgebucht, am Rennwochenende verdreifachen sich die Preise.
  • Die Prunkräume von Schloss Eggenberg sind ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour zugänglich (Englisch nach Voranmeldung) — Kombitickets für Planetensaal und Romantischer Landschaftsgarten lohnen sich, am besten morgens an der Endstation der Tram 1 ankommen, bevor die Reisegruppen am Nachmittag eintreffen.
  • Die Riegersburg ist zu Fuß (steil, zwanzig Minuten), per Schrägaufzug oder Sessellift erreichbar — der Sessellift erspart den Aufstieg, ist aber bei Wintereinbruch geschlossen. Drei Stunden für Hexenmuseum, Waffensammlung und Greifvogelarena einplanen.
  • Steirisches Kürbiskernöl wird international vielfach gefälscht — Flaschen mit dem Hologrammsiegel und dem Logo Steirisches-Kürbiskernöl-g.g.A. innerhalb der Steiermark kaufen, idealerweise direkt aus dem Buschenschank, um gepanschten Imitaten zu entgehen.
  • Buschenschänken arbeiten saisonal nach einem Rotationsprinzip („ausg'steckt", angezeigt durch den Föhrenbuschen über der Tür) — viele öffnen nur für zwei bis drei Wochen, bevor der nächste Winzer im Ort übernimmt. Die jeweils aktuellen Aufsperrlisten finden sich auf den Tourismusportalen der Weinregionen.
  • Schilcher ist außerhalb Österreichs nahezu unbekannt — für die deutlichste Stilausprägung im Schilcherland der Weststeiermark verkosten (Stainz, Deutschlandsberg) statt zu Massenware aus dem Supermarkt zu greifen.
  • Das Lipizzanergestüt Piber bietet von Ende März bis Anfang November tägliche Führungen — die Touren laufen auf Deutsch mit englischem Audioguide; die Almtouren auf die Stubalpe (zu den Fohlen) sind nur im Juli und August und nur mit Voranmeldung möglich.
  • Bad Blumau und Loipersdorf nehmen Tagesgäste ohne Buchung auf, an Wochenenden und österreichischen Schulferien sind sie aber ab Mittag ausverkauft — vor allem für die Sauna- und Dampfbereiche frühzeitig reservieren.
  • In der Steiermark wird österreichisches Deutsch mit teilweise starker steirischer Mundart gesprochen; im Tourismus, in Hotels und im urbanen Graz ist Englisch durchgehend selbstverständlich. Begrüßung ist „Grüß Gott", in tieferer Mundart auch „Guten Tag", seltener „Hallo".
  • Der Murradweg ist in der Steiermark gut beschildert und überwiegend flach — Leihräder gibt es an den meisten Bahnhöfen entlang der Strecke, und Gepäcktransfer-Services zwischen den Quartieren machen mehrtägige Etappenfahrten unbeschwert.

Städte in Steiermark

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