Österreich · Europa

  • Code:6
  • Typ:Bundesland
  • Einwohner:1,3 Mio. (2025)
  • Fläche:16.399 km²
  • Höhe:200 m
  • Hauptstadt:Graz

Einführung

Die Steiermark ist nach Niederösterreich das zweitgrößte Bundesland Österreichs und das selbsternannte „grüne Herz" des Landes — zu sechzig Prozent bewaldet, durchzogen von Mur und Enns, gleitet sie von den Nördlichen Kalkalpen und dem Dachsteinmassiv im Nordwesten in den pannonisch geprägten Thermen- und Weingürtel im Südosten. Die Landeshauptstadt Graz mit ihrer UNESCO-Welterbe-Altstadt und Schloss Eggenberg ist nach Wien die zweitgrößte Stadt Österreichs. Ein einziges Bundesland fasst hier das Skigebiet Schladming-Dachstein mit Gletscher und Weltcup-Abfahrten, das Lipizzanergestüt Piber (Heimat der weißen Hengste der Wiener Spanischen Hofreitschule), die Riegersburg, die Wallfahrtsbasilika Mariazell, die seit über acht Jahrhunderten zentraleuropäische Pilger anzieht, und die Südsteirische Weinstraße entlang der slowenischen Grenze. Die Steiermark steht zudem für einige der eigenständigsten österreichischen Lebensmittel — Steirisches Kürbiskernöl (g.g.A.), Schilcher, Vulcano-Schinken und das Sulmtaler Huhn — die eine Regionalküche tragen, die vielen als die ausgeprägteste des Landes gilt.

Überblick

Der Charakter der Steiermark lebt vom Gegensatz zwischen dem gebirgigen Nordwesten und dem hügeligen Süden mit seinem Wein- und Thermenland. Im Nordwesten liegt Schladming-Dachstein: auf der Planai und auf dem Hauser Kaibling werden alljährlich Weltcup-Skirennen ausgetragen, am Dachsteingletscher führen ein 250-Meter-Skywalk, ein Eispalast und an klaren Tagen der Blick vom Großglockner bis in die ungarische Tiefebene zusammen. Das Salzkammergut greift aus Oberösterreich ins steirische Ausseerland herüber, mit Altaussee, Grundlsee und dem historischen Salzbergwerk. Östlich davon zieht sich das Murtal von den Niederen Tauern durch die mittelalterliche Eisenstadt Leoben und die Erzbergregion bei Eisenerz, wo der knallrote Erzberg seit der Römerzeit ununterbrochen abgebaut wird und bis heute drei Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr liefert. Graz liegt im Zentrum: das Renaissance-Schloss Eggenberg am Westrand der Stadt (UNESCO gemeinsam mit der Grazer Altstadt gelistet), der 1.445 m hohe Schöckl direkt über den Vororten, und die Murinsel — eine in den Fluss gesetzte Stahl-Glas-Insel von Vito Acconci — als Pendant zum biomorphen „Friendly Alien" des Kunsthauses Graz. Südlich davon weicht die Landschaft in das hügelige Land der Südsteirischen Weinstraße: Riedenlandschaften mit Sauvignon Blanc, Welschriesling, Morillon und dem heimischen Schilcher, gesäumt von Buschenschänken und den hölzernen Klapotetz-Windrädern, deren Klacken die Vögel aus den Reben hält. Im Steirischen Vulkanland im Südosten kommen — auf den Resten erloschener Vulkankegel — Thermen (Bad Blumau in Hundertwassers Pavillon-Architektur, Bad Radkersburg, Loipersdorf), Vulcano-Schinken aus auf vulkanischen Böden gehaltenen Mangalitza-Schweinen und die Riegersburg auf einem Basaltkegel zusammen. Kulturell hostet Graz im März das Filmfestival Diagonale, im Herbst den avantgardistischen Steirischen Herbst und ganzjährig das Universalmuseum Joanneum — den 1811 von Erzherzog Johann mitbegründeten Museumsverbund (zwanzig Museen und ein Zoo, Schloss Trautenfels), das älteste und größte Universalmuseum Österreichs.

Steiermark entdecken

Graz — UNESCO-Altstadt und Schloss Eggenberg

Graz, Landeshauptstadt der Steiermark und zweitgrößte Stadt Österreichs, hat mit der größten erhaltenen mittelalterlich-renaissancezeitlichen Altstadt des Landes ein UNESCO-Welterbe seit 1999 — 2010 wurde Schloss Eggenberg am Westrand mit aufgenommen. Der Hauptplatz mit dem italienisch geprägten Rathaus und den Renaissance-Arkadenhöfen des Landhauses bildet den Kern einer Stadt, die kompakt genug ist, um sie an einem Vormittag zu erlaufen, und doch dicht genug an Cafés, Antiquariaten und Hofdurchgängen, um mehrere Tage zu füllen. Der bewaldete Schlossberg im Stadtzentrum trägt den mittelalterlichen Uhrturm — das ikonische Wahrzeichen der Stadt, mit den seit den 1560er Jahren vertauschten Stunden- und Minutenzeigern — und ist über die Schlossbergbahn-Standseilbahn, einen in den Felsen geschnittenen Glaslift oder einen überdachten Treppenaufgang erreichbar. Schloss Eggenberg, drei Kilometer westlich der Innenstadt, wurde ab 1625 vom norditalienischen Baumeister Pietro de Pomis für Hans Ulrich von Eggenberg als kalendarisch-kosmologisches Gesamtkunstwerk errichtet: 365 Fenster, vierundzwanzig Prunkräume (einer pro Stunde), 52 Türen pro Etage, alles um den Planetensaal mit über fünfhundert Deckengemälden komponiert. Der umliegende romantische Landschaftsgarten mit Pfauen und Labyrinth zählt zu den bedeutendsten historischen Parks Österreichs.

Schladming, der Dachsteingletscher und das Ennstal

Schladming und die Dachstein-Region bilden zusammen eines der prominentesten österreichischen Wintersportgebiete und einen ganzjährigen alpinen Spielplatz. Die Vier-Berge-Region innerhalb von Ski Amadé — Planai, Hauser Kaibling, Reiteralm und Hochwurzen — verbindet 123 Pistenkilometer und ist Schauplatz alljährlicher Weltcup-Slalomrennen auf der flutlichtbeleuchteten Planai (Schladming Nightrace, eines der zuschauerstärksten Einzelevents im alpinen Skirennsport). Über den Talorten gelegen, ist der Dachsteingletscher (2.700 m) mit der Seilbahn erreichbar und bietet einen 250 Meter weit aus der Felswand auskragenden Sky Walk, die „Stairway to Nothingness" über einer 400-Meter-Wand, einen in den Gletscher geschnittenen Eispalast und an klaren Tagen einen Rundumblick von den slowenischen Karawanken bis zur tschechischen Grenze. Talab führt das Ennstal über Liezen weiter nach Oberösterreich, mit dem Nationalpark Gesäuse — einer Karstschlucht der Ennstaler Alpen mit Wildwasser, technischem Klettern und dem jüngsten Nationalpark Österreichs (gegründet 2002). Die historische Bergbaustadt Eisenerz mit dem Tagebau-Erzberg — Österreichs eindrücklichster industrieller Landschaftspunkt — und die Hauptbahn über den Semmering verbinden die Region mit Graz und Wien.

Riegersburg, Vulkanland und der Thermengürtel

Das Steirische Vulkanland im Südosten der Steiermark steht auf den Resten tertiärer Vulkanaktivität: nährstoffreiche Basaltböden, Thermalwasservorkommen und markante Felsspornen prägen die Landschaft. Die Riegersburg krönt den eindrücklichsten dieser Spornen — einen 482 Meter hohen Basaltkegel mitten in der Ebene, mit einer Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, sieben Toren und vier Kilometern Wehrmauer, die in vier Jahrhunderten Krieg nie eingenommen wurde. Heute beherbergt sie ein Hexenmuseum (die regionale Hexenverfolgung des 17. Jahrhunderts ist hier ungewöhnlich gut dokumentiert), eine Waffensammlung und eine Greifvogelarena; der Aufstieg erfolgt zu Fuß, per Schrägaufzug oder Sessellift. Unterhalb der Burg liegt der Thermengürtel des Vulkanlandes — das touristische Rückgrat des heimischen Wellnessangebots: Bad Blumau, in den 1990er Jahren von Friedensreich Hundertwasser umgestaltet, mit grasbedeckten farbigen Pavillons und einem Thermalsee; Loipersdorf, eine der größten Thermenanlagen Europas; und Bad Radkersburg an der slowenischen Grenze mit ganzjährig geöffnetem Thermalbad und barocker Altstadt. Die Vulcano-Schinkenmanufaktur in Auersbach hält Mangalitza-Schweine auf den Wiesen vulkanischer Böden und reift den Schinken bis zu drei Jahre — der Vulcano-Schinken ist neben dem Tiroler Speck einer der beiden geschützten Rohschinken Österreichs.

Südsteirische Weinstraße und Schilcherland

Südlich von Graz wird die Landschaft zum Riedenland — eine Hügelflucht aus Reben, die unweigerlich Toskana-Vergleiche provoziert, mit einem entscheidenden Unterschied: die slowenische Grenze verläuft direkt am Südrand, und viele Rieden blicken in das slowenische Štajerska hinüber. Die Südsteirische Weinstraße führt auf 79 Kilometern von Ehrenhausen nach Leutschach durch ständig wechselnde Riedenpanoramen, vorbei an Buschenschänken (in denen die Winzer ausschließlich den eigenen Wein und eine kalte Brettljause aus Speck, Kürbiskernöl und Steirerkäse servieren) und den hölzernen Klapotetz-Windrädern, deren klackernde Holzpaddel die Vögel aus den Trauben halten. Die Leitsorten sind Sauvignon Blanc (oft die dominante Sorte, besonders im Sausal), Welschriesling, Morillon (steirischer Name für den Chardonnay), Gelber Muskateller und Traminer — alle in einem präzisen mineralisch-fruchtigen Stil mit niedrigem Restzucker. Nordwestlich von Graz spezialisiert sich die Schilcher-Weinstraße der Weststeiermark auf Schilcher, einen lachsrosafarbenen, säureintensiven Rosé ausschließlich aus der einheimischen Rebsorte Blauer Wildbacher — außerhalb Österreichs nahezu unbekannt. Die Vinofaktur Genussregal in Vogau bietet als kuratierter Überblick alle drei Weinbaugebiete der Steiermark zur Verkostung an.

Lipizzanergestüt Piber und das equestrische Erbe

Das Bundesgestüt Piber in der Weststeiermark, fünfundvierzig Minuten von Graz entfernt, ist die Zuchtstätte, die die berühmten weißen Hengste der Wiener Spanischen Hofreitschule seit 1920 stellt. Die Rasse Lipizzaner geht auf das Jahr 1580 und das ursprüngliche kaiserliche Gestüt in Lipica im heutigen Slowenien zurück; nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie übersiedelte die Herde nach Piber, wo heute rund 250 Pferde leben und ausgebildet werden. Besucher können Stallungen, Zuchthöfe und die Almen auf der Trahütten und der Stubalpe besichtigen, auf denen Stuten und Fohlen die Sommermonate verbringen — die Fohlen kommen fast schwarz zur Welt und werden im Lauf des Erwachsenwerdens weiß, eine rassetypische Eigenheit. Das Gestüt feiert jährlich am Hubertustag eine Messe für die Heiligen der Jagd, einen Tag der offenen Tür im Sommer und eine Ladies-Day-Hengstpräsentation. Das benachbarte Lipizzanergestüt-Köflach-Museum dokumentiert die Geschichte der Rasse und die Rettungsaktion in den Schlusswochen des Zweiten Weltkriegs (Vorlage für den Disney-Film „Miracle of the White Stallions" aus dem Jahr 1963).

Mariazell, Murradweg und ostalpine Routen

Mariazell in den bewaldeten Hügeln der nordöstlichen Steiermark ist die bedeutendste Wallfahrtsstätte Mitteleuropas — die Basilika Mariä Geburt ist seit 1157 Marienheiligtum und in habsburgischer Zeit zur Pilgerstätte ranghöchsten Anspruchs aufgestiegen, mit jährlich rund einer Million Pilgern aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Süddeutschland und Kroatien. Die Mariazellerbahn, die längste schmalspurige Elektrobahn Österreichs, eröffnet 1907, klimmt von Sankt Pölten in Niederösterreich durch das Ötschermassiv hinauf zur Basilika. Der Murradweg folgt der Mur von ihrer Quelle in den Hohen Tauern in Salzburg über die mittelalterlichen Eisen- und Fasslermärkte des Murauer Landes, den Industriekorridor Bruck an der Mur–Leoben, das Zentrum von Graz und die südsteirischen Weinhügel bis zum Grenzübergang nach Slowenien bei Bad Radkersburg — bei 460 Kilometern Gesamtlänge mit 365 in der Steiermark eine der klassischen Langstrecken-Radrouten Österreichs. Die Murauer Murtalbahn als schmalspurige Dampfbahn im oberen Murtal verkehrt im Sommer an Wochenenden mit traditionellen Lokomotiven.

Steirisches Kürbiskernöl und die kulinarische Identität

Steirisches Kürbiskernöl — das unverwechselbar tiefgrüne, fast schwarze Öl, gepresst aus den Kernen des Steirischen Ölkürbisses — ist das eindeutigste Steiermark-Produkt: seit 1996 EU-rechtlich als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) anerkannt, ausschließlich in der Steiermark, im Burgenland und in Niederösterreich aus einer definierten Sorte hergestellt. Echte Flaschen tragen ein Hologrammsiegel und das Logo Steirisches-Kürbiskernöl-g.g.A.; international kursieren zahlreiche Fälschungen. Verwendet wird das Öl kalt — über Salaten, Suppen, Vanilleeis und dem regionalen Backhendlsalat — nicht zum Kochen. Weitere geschützte steirische Spezialitäten sind der Vulcano-Schinken, die Pöllauer Hirschbirne (Grundlage von Hirschbirnenbrand), die einheimische Hühnerrasse Sulmtaler und das Steirische Almenland-Rind aus dem östlich von Graz gelegenen Almenland. Backhendlsalat, Sulmtaler-Rindstartar mit Kürbiskernöl, Buschenschank-Brettljause, Sterz und Bauernkrapfen bilden die Standards der Regionalküche, und das langsame Buschenschankmenü — drei oder vier Gläser jungen Weißweins über einen Nachmittag, dazu eine ruhige kalte Brettljause — ist die signature-Esserfahrung der Region.

Praktische Steiermark — Verkehr, Flughafen, Anreise

Graz ist mit Wien per Railjet (zwei Stunden vierzig über den Semmering und nach Vollausbau über den Koralmtunnel) und über die Süd-Autobahn A2 verbunden. Der Flughafen Graz (GRZ) bei Feldkirchen, zehn Kilometer südlich der Stadt, bietet Direktflüge nach Wien, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, München, Zürich, Istanbul und saisonale Mittelmeerziele. Schladming und das Ennstal sind auch vom Flughafen Salzburg (SZG) erreichbar — 80 Minuten mit dem Auto oder Zug über die Tauernautobahn — was für die Skiregionen oft das praktischste internationale Tor ist. Die Achse Inntal–Brenner–Pyhrn–Schober und die Murtalbahn-Schmalspur verbinden die kleineren Orte. Für Visa-Antragsteller, die innerhalb Österreichs reisen, verbindet der Grazer Hauptbahnhof mit Wien Hauptbahnhof, Linz, Klagenfurt (über den jüngst fertiggestellten Koralmtunnel in unter einer Stunde) und Maribor in Slowenien (fünfundvierzig Minuten Railjet). Die Steiermark Card und die regionalen Tourismuskarten der einzelnen Regionen decken viele Sehenswürdigkeiten und den Regionalverkehr ab — getrennt vom Wiener Verkehrsverbund, aber für das gesamte Bundesland einsetzbar.

Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben

Graz Renaissance und UNESCO-Erbe

UNESCO-Altstadt mit den Renaissance-Arkadenhöfen des Landhauses, dem Uhrturm auf dem Schlossberg, dem italienisch geprägten Hauptplatz, der Murinsel und dem „Friendly Alien" des Kunsthauses am Fluss sowie das mitgelistete Schloss Eggenberg mit seinem 365-Fenster-Kalenderkonzept und den Deckengemälden des Planetensaals — das größte erhaltene mittelalterlich-renaissancezeitliche Stadtensemble Österreichs.

Schladming-Dachstein, Ennstal und Erzberg

Vier-Berge-Verbund Ski Amadé (Planai, Hauser Kaibling, Reiteralm, Hochwurzen) mit FIS-Skiweltcup und der flutlichtbeleuchteten Schladming Nightrace, dazu Sky Walk und Eispalast am Dachsteingletscher auf 2.700 Metern, der Nationalpark Gesäuse mit Wildwasser und Klettersteigen, und der Tagebau-Erzberg in Eisenerz.

Vulkanland-Thermen und die Riegersburg

Hundertwassers Bad Blumau mit seinen begrünten farbigen Pavillons, die Großtherme Loipersdorf, das barocke Bad Radkersburg an der slowenischen Grenze und die mittelalterliche Riegersburg auf einem 482 m hohen Basaltkegel — flankiert von der Vulcano-Schinkenproduktion aus Mangalitza-Schweinen auf vulkanischen Böden.

Südsteirische Weinstraße und Schilcherland

Südsteirische Weinstraße durch Sauvignon-Blanc-, Morillon- und Welschriesling-Rieden an der slowenischen Grenze mit Buschenschänken und hölzernen Klapotetz-Windrädern, dazu das Schilcherland in der Weststeiermark mit dem heimischen Blauen Wildbacher als Schilcher-Rosé und der Vinofaktur Genussregal Vogau als kuratiertem steirischem Weinforum.

Lipizzanergestüt Piber und equestrisches Erbe

Das Lipizzanergestüt Piber züchtet die weißen Hengste der Wiener Spanischen Hofreitschule — Besucher besichtigen Gestüt, Zuchthöfe und Almen, auf denen Stuten und Fohlen den Sommer verbringen, mit saisonalen Hengstpräsentationen („Ladies' Day") und einer Hubertusmesse jeden November.

Kürbiskernöl, Backhendl und steirische Küche

Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. — das tiefgrüne Markenzeichen der Region — neben Vulcano-Schinken, Pöllauer Hirschbirne, Sulmtaler Huhn, Backhendlsalat, Buschenschank-Brettljause und Sterz, die zusammen das tragen, was vielen als Österreichs ausgeprägteste Regionalküche gilt.

Steiermark — Praktische Reisehinweise

  • Graz ist sowohl für visumsbezogene Reisen wie für den Tourismus die naheliegendste Basis — der Hauptbahnhof verbindet im Tagesausflug mit Wien (Railjet, 2 h 40), Klagenfurt (Koralmtunnel, unter einer Stunde nach Vollausbau), Linz und Maribor in Slowenien.
  • Die Wintersaison in Schladming-Dachstein läuft etwa von Mitte Dezember bis Mitte April; der Dachsteingletscher ist ganzjährig befahrbar, in der Nebensaison aber mit eingeschränkten Öffnungszeiten — Seilbahnzeiten vor der Anreise prüfen, vor allem in den Übergangsmonaten.
  • Das Schladming Nightrace (FIS-Skiweltcup-Slalom der Herren, Ende Januar) hat das größte Einzel-Renntag-Publikum im alpinen Skirennsport — Unterkünfte sind ein Jahr im Voraus ausgebucht, am Rennwochenende verdreifachen sich die Preise.
  • Die Prunkräume von Schloss Eggenberg sind ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour zugänglich (Englisch nach Voranmeldung) — Kombitickets für Planetensaal und Romantischer Landschaftsgarten lohnen sich, am besten morgens an der Endstation der Tram 1 ankommen, bevor die Reisegruppen am Nachmittag eintreffen.
  • Die Riegersburg ist zu Fuß (steil, zwanzig Minuten), per Schrägaufzug oder Sessellift erreichbar — der Sessellift erspart den Aufstieg, ist aber bei Wintereinbruch geschlossen. Drei Stunden für Hexenmuseum, Waffensammlung und Greifvogelarena einplanen.
  • Steirisches Kürbiskernöl wird international vielfach gefälscht — Flaschen mit dem Hologrammsiegel und dem Logo Steirisches-Kürbiskernöl-g.g.A. innerhalb der Steiermark kaufen, idealerweise direkt aus dem Buschenschank, um gepanschten Imitaten zu entgehen.
  • Buschenschänken arbeiten saisonal nach einem Rotationsprinzip („ausg'steckt", angezeigt durch den Föhrenbuschen über der Tür) — viele öffnen nur für zwei bis drei Wochen, bevor der nächste Winzer im Ort übernimmt. Die jeweils aktuellen Aufsperrlisten finden sich auf den Tourismusportalen der Weinregionen.
  • Schilcher ist außerhalb Österreichs nahezu unbekannt — für die deutlichste Stilausprägung im Schilcherland der Weststeiermark verkosten (Stainz, Deutschlandsberg) statt zu Massenware aus dem Supermarkt zu greifen.
  • Das Lipizzanergestüt Piber bietet von Ende März bis Anfang November tägliche Führungen — die Touren laufen auf Deutsch mit englischem Audioguide; die Almtouren auf die Stubalpe (zu den Fohlen) sind nur im Juli und August und nur mit Voranmeldung möglich.
  • Bad Blumau und Loipersdorf nehmen Tagesgäste ohne Buchung auf, an Wochenenden und österreichischen Schulferien sind sie aber ab Mittag ausverkauft — vor allem für die Sauna- und Dampfbereiche frühzeitig reservieren.
  • In der Steiermark wird österreichisches Deutsch mit teilweise starker steirischer Mundart gesprochen; im Tourismus, in Hotels und im urbanen Graz ist Englisch durchgehend selbstverständlich. Begrüßung ist „Grüß Gott", in tieferer Mundart auch „Guten Tag", seltener „Hallo".
  • Der Murradweg ist in der Steiermark gut beschildert und überwiegend flach — Leihräder gibt es an den meisten Bahnhöfen entlang der Strecke, und Gepäcktransfer-Services zwischen den Quartieren machen mehrtägige Etappenfahrten unbeschwert.

Städte in Steiermark

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