Kanton Bern, Schweiz

Bundeslandführer mit Städten, Regionen und wichtigen Informationen.

Einführung
Der Kanton Bern ist der zweitgrößte Schweizer Kanton nach Fläche und reicht von den Juraketten im Norden über die Ackerebene des Mittellandes durch die Stadt Bern bis hinauf in die Hochalpen des Berner Oberlandes im Süden. Der Kanton ist an seinem nordwestlichen Verwaltungsrand zweisprachig — das Berner Jura (Jura bernois) um Moutier, Saint-Imier und Tavannes ist französischsprachig, deutlich abgesetzt vom deutschsprachigen Mittelland und dem Berner Oberland — und enthält einige der meistbesuchten Alpenlandschaften der Schweiz: das UNESCO-Welterbegebiet Jungfrau-Aletsch mit den Gipfeln von Jungfrau, Mönch und Eiger, den Seenkorridor Interlaken-Thun-Brienz, die Käsetäler des Emmentals und das Seeland um den Bielersee mit den Drei Seen. Auf Bundeslandebene gelesen offenbart Bern seine regionale Landschaft: die Stadt Bern als Bundesstadt und demografischer Kern, das Berner Oberland als Schweizer Alpendestination ersten Ranges, das Emmental und das Seeland als ländliches Hinterland und das Berner Jura als frankophone Minderheit des Kantons. Das Verkehrsnetz ist ungewöhnlich dicht — die BLS AG (Bahn und Schifffahrt) deckt das gesamte Kantonsgebiet von der Lötschberg-Simplon-Achse über Bern HB bis ins Berner Oberland ab, während der SBB-Fernverkehr Bern HB aus jeder Schweizer Ecke erreicht und die Jungfraubahnen-Gruppe die Reisenden zur höchstgelegenen Bahnstation Europas am Jungfraujoch bringt.

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Berner Oberland und das UNESCO-Gebiet Jungfrau-Aletsch

Das Berner Oberland ist das südliche Alpendrittel des Kantons und die Schweizer Vorzeige-Bergregion. Seit 2001 als UNESCO-Welterbe eingetragen, umfasst das Gebiet Jungfrau-Aletsch 824 Quadratkilometer Gletscher und Hochgipfel: die Jungfrau (4158 m), die nach der 'Jungfrau' am östlichen Alpengrat benannt ist, der Mönch (4107 m), der Eiger (3967 m), dessen 1800 Meter hohe Nordwand zu den größten Kletterherausforderungen der Alpen zählt (Erstbesteigung 1938). Der Aletschgletscher — mit 23 km Europas längster — fließt vom Jungfraujoch nach Süden hinab. Interlaken liegt im Zentrum zwischen Thunersee und Brienzersee, mit der Höhematte als unverbautem Anger im Stadtzentrum, der den ungehinderten Eiger-Mönch-Jungfrau-Blick freigibt. Die Jungfraubahnen führen ab Interlaken Ost oder Grindelwald-Terminal über Kleine Scheidegg, Eigergletscher und durch den siebenkilometerlangen Tunnel im Eiger-Innern hinauf zum Jungfraujoch (3454 m) — der Aussichtsplattform 'Top of Europe' mit der Sphinx-Sternwarte, dem Aletschgletscher-Panorama und den Eispalast-Tunneln. Das Lauterbrunnental südlich von Interlaken — ein U-förmiges Trogtal, eingerahmt von 1000 Meter hohen Felswänden — beherbergt 72 Wasserfälle einschließlich der freifallenden Staubbachfälle (297 m) und der unterirdischen Trümmelbachfälle im Felsinneren, sowie die felshängenden Dörfer Wengen und Mürren, die nur per Bergbahn und Seilbahn erreichbar sind.

Thunersee, Brienzersee und der Aare-Seekorridor

Die beiden großen Berner-Oberland-Seen — Thunersee und Brienzersee — flankieren Interlaken im Osten und Westen und tragen die smaragdgrüne Gletscherfarbe, die das Berner Seenpanorama ikonisch macht. Der Thunersee verläuft 18 km von der mittelalterlichen Stadt Thun im Norden (mit dem Zähringer-zeitlichen Schloss Thun auf dem Hügel über der Aare) an den Hangweinbergen von Spiez und an der Schlossanlage Oberhofen vorbei bis nach Interlaken. Der Brienzersee verläuft 14 km östlich von Interlaken bis zum Dorf Brienz mit seiner Holzschnitzerei-Tradition und der Brienzer-Rothorn-Dampfbahn (eine von drei regulär verkehrenden Dampfbergbahnen der Schweiz), die auf 2350 Meter hinaufklettert für ein Panorama der Berner Alpen und des Sees selbst. Die Giessbach-Wasserfälle stürzen am Südufer in vierzehn Stufen zum Brienzersee hinab, mit dem Belle-Époque-Hotel Giessbach und der historischen Standseilbahn zu den Fällen. Die BLS-Schifffahrt verkehrt von Mai bis Oktober auf beiden Seen — die historischen Dampfschiffe Lötschberg (1914) auf dem Brienzersee und Blümlisalp (1906) auf dem Thunersee sind weiterhin im Linienbetrieb mit echtem Dampfantrieb. Über die zwei Seen hinaus fließt die Aare vom Thunersee durch Bern weiter in den Aargau; der Stadtabschnitt in Bern selbst ist die meistgeliebte Schwimmstrecke des gesamten Flusssystems.

Emmental — Käseland, Berner Bauernhäuser und Hügelketten

Das Emmental ist die östliche voralpine Region des Kantons — sanfte grüne Hügel aus Weidewirtschaft und Wald entlang des Emmen-Tals zwischen dem Mittelländer Ackerland und den Berner Voralpenhügeln. Der Emmentaler AOP — der ursprüngliche 'Schweizer Käse' mit den Löchern, hier seit mindestens 700 Jahren produziert — kommt aus einer streng definierten Produktionszone, die den größten Teil der Emmen-Talschaft abdeckt. Die Schaukäserei Affoltern in Affoltern im Emmental ist das offene Käsemolkerei-Besucherzentrum, mit traditionellen Kupferkessel-Käseproduktionsdemonstrationen, dem Käseladen und Käseverkostungen. Die Emmen-Talschaftsdörfer bewahren die Berner Bauernhausarchitektur: die breitgiebligen Holzfachwerkhäuser mit überhängendem Walmdach aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Burgdorf am westlichen Eingang des Emmentals — die zweitgrößte Stadt des Kantons — beherbergt das Schloss Burgdorf aus der Zähringer-Zeit über der Altstadt und ein Museum der Berner Bauernhausarchitektur. Langnau im Emmental im Herzen des Tals ist das Zentrum des Hornussens — eines traditionellen Berner Sports, bei dem ein hölzerner Holzpuck mit hoher Geschwindigkeit über eine Weide geschlagen wird, mit Verteidigern, die ihn mit Schaufeln auffangen. Das Emmental ist von Bern HB mit der S-Bahn oder mit der BLS-Linie nach Luzern via Langnau und das Entlebuch erreichbar.

Seeland und die Drei Seen — Bielersee, Murten, Neuenburg

Das Seeland im Nordwesten des Kantons ist die See- und Weinregion zwischen der Aare-Ebene und dem Juramassiv. Der Bielersee ist der dritte Kantonssee — 39 km² klares Wasser entlang der südlichen Jura-Hänge, mit den Weindörfern des zweisprachigen nördlichen Ufers (Twann, Ligerz, Wingreis), die den Chasselas vom Bielersee produzieren. Die Bielersee-Schifffahrt verkehrt von Mai bis Oktober. Biel/Bienne am östlichen Ende des Sees ist die größte offiziell zweisprachige Stadt der Schweiz (Deutsch und Französisch in etwa gleich verteilt, mit administrativer Parität nach kantonal-bernischem Statut) und das historische Zentrum der Schweizer Uhrmacherei — Rolex, Omega und Swatch haben hier Produktion oder Hauptsitz, und die Cité du Temps im Swatch-Hauptsitzgebäude beherbergt die Omega- und Swatch-Museen. Die Drei Seen (Bielersee, Murtensee, Neuenburgersee) sind durch die Kanalkorrekturen der 1870er-Juragewässerkorrektion verbunden und bilden ein durchgehend befahrbares System. Murten/Morat am südlichen Ende des Murtensees ist eine perfekt erhaltene mittelalterliche Stadt mit intakten Stadtmauern, die man rund um die Stadt für Aussichten über den See begehen kann. Der Aare-Hagneck-Kanal-Bielersee-Korridor verbindet die Aare-Ebene mit dem Drei-Seen-System.

Berner Jura — französischsprachige Schweiz im Kanton Bern

Das Berner Jura (Jura bernois) ist die frankophone Minderheitsregion des Kantons — drei Verwaltungsbezirke (Moutier, Courtelary, La Neuveville) am nördlichen Kantonsrand im Juramassiv, traditionell katholisch in der religiösen Zugehörigkeit und französischsprachig im Alltag. Historisch bis 1815 Teil des Fürstbistums Basel, dann durch den Wiener Kongress als Entschädigung für Berns verlorene Territorien Waadt und Aargau dem Kanton Bern zugeteilt, trägt die Region seither eine eigenständige Identität. 1979 spalteten sich die nördlichen, katholischen, französischsprachigen Jura-Bezirke als neuer Kanton Jura ab; die südlichen, protestantischen, französischsprachigen Bezirke Moutier, Courtelary und La Neuveville verblieben als Berner Jura beim Kanton Bern. Saint-Imier in der Mitte des Vallon de Saint-Imier ist das historische Zentrum der schweizerischen Uhrmacherpräzision — Longines wurde hier 1832 gegründet und hat seinen Sitz weiterhin in Saint-Imier, die Swatch Group hat Anlagen im nahen Tramelan, und der Uhrmacherkomplex des Vallée de Joux reicht durch das Tavannes- und Reconvilier-Tal bis in den berner-jurassischen Raum. Moutier — die größte Stadt — stimmte 2017 und 2021 für den Kantonswechsel zum Kanton Jura; der bundesgerichtsbestätigte Übertritt war für 2026 vorgesehen. La Neuveville am westlichen Ufer des Bielersees ist eine kleine mittelalterliche Seestadt mit burgundisch-zeitlicher Altstadt und aktiver Tourismusszene. Die Region ist mit SBB- und BLS-Regio-Verbindungen ab Biel/Bienne oder über die Linie Vallon de Saint-Imier erreichbar.

Skifahren, Bergsteigen und Wengen-Grindelwald-Mürren-Gstaad

Das Berner Oberland trägt die meistgeschätzten Skigebiete der Schweiz. Die Jungfrau-Region-Skiverbindung umfasst Wengen, Grindelwald und Mürren auf einem gemeinsamen Jungfrau-Ski-Pass — Wengen liegt autofrei auf 1274 m über dem Lauterbrunnental, ausschließlich mit der Wengernalp-Bahn aus Lauterbrunnen erreichbar, mit der Lauberhorn-Weltcup-Abfahrt (mit 4,5 km die längste auf dem FIS-Weltcup-Kalender) jeden Januar durch das Dorf. Grindelwald-First auf der Ostseite hat die seit 2020 verkehrende Eiger-Express-Dreiseilbahn hinauf zum Eigergletscher, dazu den First Cliff Walk, die Trottibike-Roller-Abfahrt und den Tissot Cliff Walk. Mürren auf der Schilthorn-Seite ist autofrei, erreichbar mit der Allmendhubelbahn und der Schilthornbahn-Seilbahn hinauf zum Piz Gloria — dem Drehrestaurant aus 'Im Geheimdienst Ihrer Majestät' (1969), in dem auf 2970 m ein James-Bond-thematisiertes Frühstück serviert wird. Adelboden und die Lenk im Südwesten des Kantons sind die familienorientierte Alternative, mit dem FIS-Weltcup-Riesenslalom Adelboden (Chuenisbärgli) jeden Januar. Gstaad im südwestlichsten Kantonsteil ist die Luxusvariante — ein Saanenland-Dorf mit Salzbox- und Chaletbauten, in dem der Hublot Polo Gold Cup, die Swatch Beach Volleyball Major und das Menuhin-Festival im Sommer stattfinden, dazu die Skiverbindung Gstaad-Saanenmöser-Schönried-Saanen im Winter. Langlaufen konzentriert sich im Berner Jura sowie um das Diemtigtal und das Saanenland.

Bern als Bundesstadt — Regierungsgeographie des Kantons

Die Stadt Bern liegt als Bundesstadt im geografischen Zentrum des Kantons, und das Bundesland-Verständnis von Berns Bundesfunktion reicht über den Bundesplatz hinaus. Die Bundesratsdepartemente liegen meist im Berner Stadtkern (Inselgasse, Effingerstrasse, Eigerstrasse, Bundesgasse, Schwanengasse) in Gehnähe zum Bundeshaus; die Bundesverwaltung als Ganzes verteilt sich vom Hauptbahnhof Bern HB durch die Stadt. Der Weltpostverein (Universal Postal Union, UPU) — die zweitälteste internationale Organisation, 1874 gegründet — hat seinen Sitz an der Weltpoststrasse 4 nahe dem Hauptbahnhof; das Bundesamt für Landestopografie (swisstopo) liegt in Wabern südlich der Stadt; das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten operiert vom Bernerhof aus. Das Bundesgericht sitzt in Lausanne (Kanton Waadt), das Bundesstrafgericht in Bellinzona (Tessin) und das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen — durch bewusste verfassungsmäßige Dezentralisierung — doch die legislativen und exekutiven Funktionen konzentrieren sich in Bern. Die Kantonsregierung selbst sitzt im Rathaus auf dem Rathausplatz in der Altstadt, getrennt vom Bundeshaus auf dem Bundesplatz. Der Hauptbahnhof Bern HB ist neben Zürich HB einer der zwei verkehrsreichsten der Schweiz; der SBB-IC erreicht Zürich in 56 Minuten, Genf in 1 Stunde 50, Basel in 55 und den Flughafen Zürich in 75 Minuten direkt.

Praktisch — BLS, SBB, Jungfraubahnen und Flughäfen

Das Verkehrsnetz des Kantons Bern besteht aus drei Schichten. Die BLS AG (Bern-Lötschberg-Simplon, gegründet 1913) betreibt das regionale Bahnnetz im Kanton Bern und in angrenzenden Kantonen — die Lötschberg-Simplon-Hauptlinie über Spiez nach Brig und nach Italien, das gesamte Bahnsystem im Berner Oberland (Spiez–Interlaken, Interlaken Ost–Brienz, Bern–Belp–Thun durch das Gürbetal) sowie die Schifffahrt auf dem Thunersee und Brienzersee einschließlich der historischen Dampfschiffe. BLS RegioExpress und S-Bahn verbinden jede größere Kanton-Bern-Stadt innerhalb von rund einer Stunde mit Bern HB. Der SBB-Fernverkehr erreicht Bern HB aus Zürich in 56 Minuten, Genf 1 Stunde 50, Basel 55 Minuten, Lugano 4 Stunden über den Gotthard und die Flughäfen Zürich und Genf in 75 bzw. 110 Minuten. Die Jungfraubahnen-Gruppe betreibt das Zahnrad- und Seilbahnsystem im Berner Oberland: Wengernalpbahn, Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren, Jungfraubahn, Eiger Express, Männlichenbahn, dazu die historische Schynige-Platte-Bahn und die Harderbahn-Standseilbahn über Interlaken. Die Berner Oberland Bahnen (BOB) betreiben die Schmalspurstrecke von Interlaken Ost nach Lauterbrunnen und Grindelwald. Der Flughafen Bern-Belp (BRN) ist klein und mit beschränktem Linienbetrieb; den Großteil der Langstrecken-Ankünfte übernimmt der Flughafen Zürich (ZRH, 75 Minuten mit der Direkt-ICE) oder der Flughafen Genf (GVA, 1 Stunde 50 mit dem IC). Das Swiss Travel Pass und das Swiss Halbtaxabonnement decken nahezu den ganzen Kantonalverkehr und die meisten Museen ab; der Berner Oberland Pass ergänzt für die regionalen Bergbahnen. Aus Deutschland erreicht der ICE Frankfurt-Basel-Bern den Hauptbahnhof in rund 5 Stunden ab Frankfurt; aus Österreich verbindet der Railjet München-Zürich mit Anschluss an die SBB-Direktverbindung. Deutsch ist die Arbeitssprache im größten Teil des Kantons; Französisch im Berner Jura; Englisch ist im Tourismus universell.

Reisearten

Berner Oberland und UNESCO Jungfrau-Aletsch

Jungfrau, Mönch und Eiger, der Aletschgletscher (mit 23 km Europas längster), das Jungfraujoch 'Top of Europe' auf 3454 m, das Lauterbrunnental mit 72 Wasserfällen, die autofreien felshängenden Dörfer Wengen und Mürren, das Schilthorn-Piz Gloria mit Drehrestaurant.

Thunersee, Brienzersee und Aare-Korridor

Zwei smaragdgletscherfarbene Seen, die Interlaken einrahmen, das mittelalterliche Schloss Thun, der Spiezer Hangweinbau, die Brienzer-Rothorn-Dampfbahn, die Giessbach-Wasserfälle und die BLS-Schifffahrt mit den historischen Dampfschiffen Blümlisalp (1906) und Lötschberg (1914).

Emmental — Käse, Bauernhäuser und Hornussen

Emmentaler-AOP-Käseregion mit der Schaukäserei Affoltern, die Berner Bauernhausarchitektur entlang der Emmen-Talschaft, das Schloss Burgdorf der Zähringer-Zeit, Langnau als Hornussen-Tradition-Zentrum, sanfte voralpine Weiden.

Seeland, Drei Seen und Biel/Bienne-Uhrmacherei

Bielersee mit dem Chasselas-Weinbau am nördlichen Ufer, die größte zweisprachige Stadt der Schweiz Biel/Bienne mit den Hauptsitzen von Rolex, Omega und Swatch und der Cité du Temps, das mittelalterliche Murten/Morat und der durchgehend befahrbare Drei-Seen-Korridor durch den Aare-Hagneck-Kanal.

Berner Jura — frankophone Schweiz im Kanton Bern

Die französischsprachigen nördlichen Bezirke des Kantons — Moutier, Saint-Imier, Tavannes, La Neuveville — mit dem Longines-Erbe und weiterer Uhrmacherei, der Vallon de Saint-Imier, die burgundisch-zeitliche La Neuveville und die kantonal-zweisprachige Verwaltungstradition.

Skifahren, Bergsteigen und Resortdörfer

Wengen-Grindelwald-Mürren auf dem Jungfrau-Ski-Pass mit der Lauberhorn-Weltcup-Abfahrt, Adelboden-Lenk als familiäre Alternative, Gstaad-Saanenmöser-Schönried-Saanen als Luxusverbindung, dazu die Eiger-Nordwand und das Schilthorn-Piz Gloria mit Drehrestaurant.

Kanton Bern — Praktische Reisehinweise
  • •Der Kanton Bern ist zweisprachig: Deutsch im größten Teil des Gebiets, Französisch im Berner Jura (Moutier, Saint-Imier, Tavannes, La Neuveville). Kantonale Dokumente und Beschilderung in diesen Bezirken sind französisch; Visumantragstellerinnen und Visumantragsteller aus dem Berner Jura, die zu Botschaften in Bern reisen, verwenden Deutsch oder Französisch wechselnd.
  • •Landeswährung ist der Schweizer Franken (CHF). Die Schweiz ist NICHT in der Eurozone — Euros werden in größeren Hotels und Geschäften zu ungünstigen Kursen akzeptiert, doch Schweizer Franken werden universell bevorzugt. Karten- und kontaktloses Bezahlen ist im Detailhandel selbstverständlich; manche traditionellen Beizen und kleinen Bergrestaurants bleiben bargeldorientiert.
  • •Das Swiss Travel Pass deckt SBB, BLS, Bernmobil, BLS-Schifffahrt sowie die meisten Seilbahnen und Bergbahnen zu 50 Prozent Ermäßigung ab (Jungfraubahnen, Schilthornbahn, Pilatusbahn zum halben Preis). Der Berner Oberland Pass ist die regionale Alternative für mehrtägige Aufenthalte im Oberland.
  • •Bern HB ist einer der zwei verkehrsreichsten Bahnhöfe der Schweiz pro Kopf, hat aber im Gegensatz zu Zürich HB ein konzentriertes Layout — alle Gleise sind in 90 Sekunden Fußweg von der zentralen Bahnhofshalle erreichbar. Den Flughafen Zürich erreichst du in 75 Minuten direkt mit der ICE; den Flughafen Genf in 1 Stunde 50 mit dem IC.
  • •Das Jungfraujoch ('Top of Europe') ist die meistbesuchte Alpenattraktion des Kantons — die Zahnradbahn ab Interlaken Ost oder Grindelwald-Terminal benötigt 2 bis 2,5 Stunden einfach, die Sphinx-Sternwarte und der Eispalast befinden sich oben, der Gesamtaufenthalt sollte 6 bis 8 Stunden ab Interlaken oder 8 bis 10 Stunden ab Bern dauern. Die Tickets sind teuer (CHF 200+); das Frühaufsteher-Ticket bietet einen Rabatt vor 09:30 Abfahrt.
  • •Aareschwimmen in der Stadt Bern ist im Sommer (Ende Mai bis Anfang September) selbstverständlich, doch die Strömung ist stark und das Wasser auch im August gletscherkalt (15 bis 17 °C). Das Marzili-Bad als Einstiegsstelle nutzen, an den markierten Stufen vor der Beschleunigung wieder aussteigen und einen Aaresack als Auftriebsmittel verwenden.
  • •Der Sonntag ist im ganzen Kanton ein ruhiger Tag — die meisten nicht-touristischen Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und touristische Einrichtungen bleiben geöffnet, der ÖV verkehrt nach dem Standard-Sonntagsfahrplan. Wocheneinkauf am Samstag erledigen.
  • •Das Bergwetter wechselt schnell. Die Berner-Oberland-Gipfel können mittags wolkenverhangen und um 15 Uhr klar sein; vor mehrtägigen Touren das Wetterradar und die Hütten-Status-Seiten des Schweizer Alpen-Clubs prüfen. Die Aussichtsplattform am Jungfraujoch liegt auf 3454 m — Höheneffekte (leichter Kopfschmerz, Atemnot) sind normal.
  • •Die Skisaison läuft im größten Teil des Berner Oberlandes von Dezember bis April; das hochgelegene Jungfraujoch und das Klein Matterhorn (technisch im Wallis, vom Kanton Bern aus gut erreichbar) bieten ganzjährig Skifahren. Die autofreien Dörfer Wengen, Mürren und Teile von Saas-Fee verlangen das Abstellen des Autos an der Talstation.
  • •Trinkgeld in der Schweiz erfolgt direkt — bei Getränken auf den nächsten Franken aufrunden, beim Restaurantmahl 5 bis 10 Prozent ergänzen, der Bedienung beim Zahlen mit Gesamtsumme angeben. Service ist theoretisch inkludiert; ein kleines Trinkgeld wird erwartet und signalisiert Zufriedenheit.
  • •Der Flughafen Bern-Belp (BRN) ist der kleine Kantonsflughafen, hauptsächlich für Geschäftsflüge und beschränkten saisonalen Linienbetrieb. Die meisten internationalen Reisenden treffen am Flughafen Zürich (ZRH) oder am Flughafen Genf (GVA) ein und fahren mit dem direkten SBB-IC weiter. Beide Flughäfen haben alle 30 Minuten direkte Züge zum Hauptbahnhof Bern HB.
  • •Die Bundesstadtfunktion konzentriert sich auf die Stadt Bern — die Kantonsregierung sitzt im Rathaus auf dem Rathausplatz in der Altstadt, getrennt vom Bundeshaus auf dem Bundesplatz. Der Hauptsitz des Weltpostvereins UPU (Weltpoststrasse 4 nahe Bern HB) ist die andere bedeutende internationale Institution des Kantons; die großen UN-Organisationen sitzen in Genf, nicht in Bern.
Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dem Kanton Bern und der Stadt Bern?

Der Kanton ist mit 5.959 Quadratkilometern der flächenmäßig zweitgrößte der Schweiz und reicht vom Jura im Norden über das Mittelland bis zu den 4.274 Meter hohen Gipfeln der Berner Alpen — die Stadt ist die Bundeshauptstadt in seiner Mitte. Eine Kantonsrundreise umfasst das Berner Oberland mit der Jungfrau-Region, den Thuner- und Brienzersee rund um Interlaken, das Emmental als Käseland, das Seeland mit den drei Seen und den französischsprachigen Berner Jura.

Wie erreiche ich das Jungfraujoch und das Berner Oberland von Bern aus?

Interlaken, das Tor zwischen Thuner- und Brienzersee, ist mit dem direkten SBB-Intercity rund 50 Minuten vom Bahnhof Bern entfernt. Von Interlaken Ost oder dem Terminal Grindelwald fahren die Zahnradbahnen über die Kleine Scheidegg und durch einen Tunnel im Eiger hinauf zum Jungfraujoch, dem 'Top of Europe' auf 3.454 Metern und dem höchstgelegenen Bahnhof Europas. Planen Sie dafür einen ganzen Tag ein; das Ticket ist teuer, und eine frühe Abfahrt bringt einen Rabatt.

Ist der Kanton Bern zweisprachig?

Ja. Deutsch ist im größten Teil des Kantons die Arbeitssprache, doch der Berner Jura im Norden — Moutier, Saint-Imier, Tavannes und La Neuveville — ist französischsprachig, ein Erbe der Übertragung von 1815 aus dem Fürstbistum Basel. Biel/Bienne am Ostende des Bielersees ist die größte offiziell zweisprachige Stadt der Schweiz, mit Deutsch und Französisch im etwa gleichen Alltagsgebrauch. Im Tourismus wird überall Englisch gesprochen.

Wann besucht man den Kanton Bern am besten?

Der Sommer (Juni bis September) eignet sich am besten für die Oberländer Seen, das Wandern, die hohen Pässe und das Schwimmen in der Aare durch die Stadt Bern, wenn die Seedampfer und die meisten Bergbahnen voll in Betrieb sind. Der Winter (Dezember bis April) gehört dem Skifahren in Wengen, Grindelwald und Mürren, in Adelboden-Lenk und Gstaad. Das Jungfraujoch ist ganzjährig erreichbar, sodass das hohe Gletscherpanorama in jeder Saison zugänglich ist.

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