Basel, Schweiz

Aktueller City Guide mit Kurzinfos, Reisen, Business und Kultur.

Überblick

Basel liegt an dem Punkt, wo die Schweiz, Frankreich und Deutschland am Rhein aufeinandertreffen — und die Stadt übertrifft ihre Größe bei weitem. Das älteste öffentlich zugängliche Kunstmuseum der Welt, die weltweit führende Kunstmesse, ein UNESCO-gelisteter Karneval, der um 4 Uhr morgens im Dunkeln beginnt, und die sommerliche Tradition, durch die Altstadt im Rheinstrom zu treiben — all das findet sich in einer fußläufigen Stadt mit 175.000 Einwohnern.

Museen und Kunstmessen

Kunstmuseum (ältestes öffentliches Museum der Welt, Holbein bis Beuys), Fondation Beyeler (Renzo Piano, Monet bis Warhol), Museum Tinguely und Art Basel — die weltweit führende Gegenwartskunstmesse — jeden Juni.

Rheinschwimmen und Uferpromenaden

Rheinschwimmen ab den Jugendstil-Flussbädern Breite und St. Johann mit Wickelfisch-Beutel; geführte Abendschwimme vom Museum Tinguely; Rheinweg-Promenaden und Kleinbasler Uferbars.

Altstadt und Münster

Rotsandstein-Münster mit Erasmus-Grab und Rheinblick auf den Schwarzwald; feuerrotes Rathaus am Marktplatz; Mittlere Brücke; Spalentor; mittelalterliches St.-Alban-Viertel mit Papiermuseum.

Basler Fasnacht

Der UNESCO-gelistete 72-Stunden-Karneval beginnt um 4:00 Uhr im Dunkeln mit Pikkolound-Trommel-Cliquen und handbemalten illuminierten Laternen — der bedeutendste Karneval des deutschen Sprachraums.

Dreiländereck-Ausflüge

Vitra Campus (Deutschland, 10 Min. mit Tram 8 — Gehry, Hadid, Ando), Elsässer Weinroute und Colmar mit dem Isenheimer Altar (Frankreich, 45 Min. mit der Bahn), Schwarzwald und Zürich/Bern per ICE/IR.

Zeitgenössische Architektur

Heimstadt von Herzog & de Meuron (Pritzker 2001) — Roche-Hochhäuser, Novartis-Campus (Gehry, Chipperfield), Signalturm; Renzo Pianos Fondation Beyeler; Zaha Hadid und Tadao Ando am Vitra Campus.

Geschichte

Basels Lage am Rheinknie, wo der Fluss nach Norden dreht, machte die Stadt seit der Römerzeit bedeutsam: Die Römer errichteten um 44 v. Chr. Basilia als Festung, später ausgebaut zur Zivilsiedlung. Im Mittelalter wuchs die Stadt um ihren Bischofssitz. Das Konzil von Basel (1431–1449), eines der großen Kirchenkonzile des späten Mittelalters, tagte hier. Basel trat 1501 der Eidgenossenschaft bei und wurde 1529 — in der Welle der Reformation — offiziell protestantisch, vertrieb seinen Bischof und zerstörte im Bildersturm einen Großteil seiner religiösen Kunst. Erasmus von Rotterdam, der Basel mehrfach zu seinem Wohnort machte und seine Verlagsbeziehung zum Drucker Johann Froben hier pflegte, starb 1536 in der Stadt und liegt im Münster begraben. Der Kauf des Amerbach-Kabinetts 1661 begründete das Kunstmuseum als erstes öffentliches Kunstmuseum der Welt. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert brachte die chemische und pharmazeutische Industrie — Geigy (1758), Ciba (1859), Sandoz (1886), Roche (1896) — die sich zu Novartis und Roche entwickelten und Basel zum globalen Pharmazentrum machten. Die Art Basel, 1970 gegründet, wandelte das internationale Profil der Stadt von industriell zu kulturell-finanziell.

Kultur

Basels Gastronomie spiegelt seine Grenzlage und wirtschaftliche Stärke: Die Restaurantdichte ist hoch für eine Schweizer Stadt, und die Nähe zum Elsass verleiht vielen Speisekarten eine spürbar französische Note. Mehlsuppe mit Käse überbacken ist das traditionelle Fasnachtsessen und wird während der gesamten 72 Stunden serviert. Basler Läckerli — ein dichtes, gewürztes Honig-Nuss-Gebäck mit Kirschwasser — ist das definitive Basler Konfekt, seit 1904 bei Läckerli Huus erhältlich. Der Markt auf dem Marktplatz findet dienstags und samstags morgens statt. Kleinbasels Klybeckstrasse und Feldbergstrasse sind das Zentrum der unabhängigen Gastronomie. Die Markthalle (Markthallengasse) betreibt täglich einen Lebensmittelmarkt mit Zubereitungsständen. Weine: Elsässer Weißweine — Riesling, Grauburgunder, Gewürztraminer — sind die natürlichen Hausweine in Basler Restaurants. Feste: Basler Fasnacht (Montag nach Aschermittwoch, 72 Stunden) — UNESCO-Immaterielles Kulturerbe; Morgestraich um 4 Uhr im Dunkeln mit illuminierten Laternen, Pikkoloand-Trommel-Cliquen, Cortège-Umzüge Montag und Mittwoch, Art Basel (Mitte Juni, eine Woche) — weltweit führende Gegenwartskunstmesse in der Messe Basel; 285+ internationale Galerien; Parallelmessen Liste, Volta, Photo Basel, AVO Session Basel (Oktober) — Jazz- und Weltmusik-Konzertreihe im Kongresszentrum; bedeutendes internationales Programm, Herbstmesse (Oktober–November) — Basler Herbstmesse, eine der ältesten der Schweiz, konzentriert auf den Bereich um den Marktplatz, Weihnachtsmärkte auf Barfüsserplatz und Münsterplatz (Dezember) — zwei separate Märkte mit unterschiedlichem Charakter; der Münsterplatz-Markt innerhalb des Domplatzes ist der atmosphärischere der beiden. Museen: Kunstmuseum Basel (Hauptbau + Gegenwart + Neubau) — ältestes öffentliches Kunstmuseum der Welt; definitive Holbein-Sammlung, bedeutende Kubismus-Bestände, starkes Gegenwartskunstprogramm, Fondation Beyeler (Riehen) — Renzo-Piano-Bau mit 400 Werken: Monet-Seerosen, Picasso, Matisse, Warhol; eines der meistbesuchten Kunstmuseen der Schweiz, Museum Tinguely — gewidmet der kinetischen Skulptur und den Installationen von Jean Tinguely (1925–1991), gebürtigem Basler; Rheinufer-Gebäude von Mario Botta, Museum der Kulturen — Anthropologie- und Ethnografiemuseum; eine der größten Sammlungen nichteuropäischer Kulturobjekte Europas; im Münsterplatzviertel.

Praktisches

Sicherheit: Basel ist nach allen Maßstäben sehr sicher. Der Bereich um den Bahnhof SBB und seine unmittelbare Umgebung erfordern abends die übliche städtische Aufmerksamkeit. Die Fasnacht konzentriert große Menschenmengen in der Altstadt — im Dunkeln des Morgestraichs sind Tausende in unbeleuchtetem Stadtgebiet unterwegs. Rheinschwimmen ist in den ausgewiesenen Bereichen der Flussbäder sicher, wenn die Bedingungen wie ausgeschildert sind; nur bei Betrieb schwimmen. Notruf: 112 (alle) oder 117 (Polizei) oder 144 (Ambulanz). Sprache: Schweizerdeutsch (Baseldytsch) ist die gesprochene Alltagssprache. Hochdeutsch wird in Beschilderung, Medien und formellen Zusammenhängen verwendet — für Reisende aus Deutschland und Österreich keine Sprachbarriere. Französisch und Englisch sind in Hotellerie, Einzelhandel und Kulturbetrieben gut verfügbar. Die Grenzlage macht Französisch im Alltag präsent. Währung: Schweizer Franken (CHF). Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und verwendet nicht den Euro — für Reisende aus Deutschland und Österreich ein häufiger Überraschungsmoment. Alle Preise in Basel sind in CHF. Grenznahe Geschäfte nehmen gelegentlich Euro an, aber zu schlechten Kursen. Karten werden überall akzeptiert. Geldautomaten im gesamten Stadtgebiet. Der Schweizer Museumspass deckt das Kunstmuseum, das Museum Tinguely, das Museum der Kulturen und die meisten anderen Basler Institutionen ab.
Reiseüberblick

Basel ist das Dreiländereck des deutschsprachigen Europas — die Stadt am Rheinknie, wo die Schweiz, Deutschland und Frankreich physisch aufeinandertreffen und der Fluss nach Norden Richtung Nordsee abbiegt. Für Reisende aus Deutschland und Österreich ist sie ungewöhnlich nah: Der ICE aus Frankfurt braucht weniger als eine Stunde, der Schwarzwald beginnt jenseits des Rheins, und das Elsass liegt am Tramendpunkt. Kulturell wiegt Basel weit über seine 175.000 Einwohner hinaus — für seine Größe konzentriert kaum eine andere europäische Stadt so viel Kunst, und im Sommer gehört das Treiben im Rheinstrom durch die Altstadt so selbstverständlich dazu wie anderswo der Gang ins Café.

Basel entdecken

Das Kunstmuseum Basel ist das älteste kommunale, der Öffentlichkeit zugängliche Kunstmuseum der Welt. 1661 kaufte die Stadt Basel das Amerbach-Kabinett — eine Renaissancesammlung mit den wichtigsten Werken Hans Holbeins des Jüngeren — für 9.000 Reichstaler, um ihren Verkauf nach Amsterdam zu verhindern. Holbein der Jüngere, in Augsburg geboren und in Basel tätig, ist im Museum so präsent wie nirgends sonst: Seine Porträts von Erasmus von Rotterdam, Sir Thomas More und Basler Kaufleuten sind die Hauptwerke der nordeuropäischen Renaissancemalerei — an den Wänden, für die sie gemalt wurden. Das Museum umfasst heute drei Gebäude: den Hauptbau (1936, St. Alban-Graben), das Museum für Gegenwartskunst und den Neubau (2016). Neben Holbein: eine bedeutende Kubismus-Sammlung (Picasso, Braque — nach der berühmten Basler Bürger-Spendenaktion von 1967), Cézanne, van Gogh, Giacometti, Beuys, Warhol. Der Schweizer Museumspass wird akzeptiert; ein Kombiticket deckt alle drei Häuser ab.

Häufig gestellte Fragen

Ja, uneingeschränkt — außerhalb der Messewoche Mitte Juni ist Basel ruhiger und bestens zu Fuß zu erleben. Das dauerhafte Museumsökosystem aus Kunstmuseum, Fondation Beyeler und Museum Tinguely sowie die Altstadt tragen einen Besuch vollständig für sich, ganz unabhängig von der Messe.

Ja — man steigt an einem der Jugendstil-Flussbäder ins Wasser (Rheinbad Breite oder Rheinbad St. Johann, geöffnet von Mai bis September) und treibt 30 bis 40 Minuten in der Strömung durch die Innenstadt, bevor man aussteigt und am Ufer zurückläuft. Der Wickelfisch, ein vor Ort erhältlicher wasserdichter Beutel, hält die Kleidung trocken und dient zugleich als Auftriebshilfe. Nur bei Betrieb der Flussbäder schwimmen.

Es ist eines der markantesten Kulturereignisse Europas, will aber gut geplant sein — der Morgestraich beginnt um 4 Uhr morgens und taucht die Altstadt in völlige Dunkelheit, durch die sich Tausende kostümierte Teilnehmer bewegen. Unterkünfte sind entsprechend weit im Voraus ausgebucht, und in Menge und Dunkelheit ist die übliche Aufmerksamkeit angebracht.

Diplomatische Vertretungen in Basel

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