China · Sichuan

  • Einwohner:20,9 Mio. (2020)
  • Fläche:14.378 km²
  • Höhe:500 m
  • Zeitzone:CST (UTC+8)
  • IATA:CTU

Überblick

Chengdu ist die entspannteste Megastadt Chinas — und vielleicht die einzige, die man mit dem Wiener Kaffeehaus-Tempo vergleichen kann: Bambusstühle unter Bäumen, Jasmintee in der Porzellanschale, Mahjong-Runden bis in den Nachmittag. Dazu die Panda-Aufzuchtstation mit über 200 Großen Pandas und eine Küche, deren Mala-Hotpot süchtig macht.

Reise

Die Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding ist die Hauptattraktion — über 200 Große Pandas und Rote Pandas in einem 200 Hektar großen Bambuswald-Habitat, wo die Aufzuchtstation (Babypandas im Frühling und Sommer hinter Glas sichtbar) Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Um 7:30 Uhr zur Öffnung erscheinen, wenn die Pandas bei der Morgenfütterung am aktivsten sind; ab Mittag schlafen sie größtenteils. Jenseits der Pandas definiert sich Chengdu über sein Essen. Sichuan-Küche — betäubender Sichuan-Pfeffer (Huajiao) kombiniert mit Chili-Schärfe (Mala) — dreht sich um Hotpot: ein brodelnder Kessel Chiliöl-Brühe am Tisch, in den man hauchdünn geschnittenes Rindfleisch, Kutteln, Lotuswurzel, Pilze und Tofu taucht. Mapo Tofu, Dan-Dan-Nudeln, Kung-Pao-Huhn, zweimal gekochtes Schweinefleisch und Kaninchenköpfe (eine Chengdu-Spezialität, die Auswärtige verblüfft) runden die kulinarische Landschaft ab. Die Teehauskultur ist die andere bestimmende Tradition: Bambusstühle unter Bäumen, Porzellanschalen mit Jasmintee, Mahjong-Tische und Ohrenreiniger (eine Sichuan-Spezialität) — ein Nachmittagstempo, das in einer chinesischen Megastadt anachronistisch wirkt und doch zutiefst authentisch ist. Die Jinli-Altstadt bietet einen atmosphärischen Abendspaziergang mit Laternen, Snacks und Sichuan-Oper-Maskenspiel.

Große Pandas — die Aufzuchtstation

Die Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding, zwölf Kilometer nördlich des Stadtzentrums, beherbergt über 200 Große Pandas und 50 Rote Pandas in einem 200 Hektar großen Bambuswald-Habitat. Das Zuchtprogramm hat maßgeblich dazu beigetragen, den Schutzstatus des Großen Pandas von „stark gefährdet" auf „gefährdet" zu verbessern. Die Aufzuchtstation, in der neugeborene und junge Pandas hinter Glas sichtbar sind, ist der beliebteste Bereich — im Sommer geborene Jungtiere sind typischerweise ab Herbst zu sehen, wie sie übereinanderpurzeln. Die Erwachsenen-Gehege zeigen Pandas beim Fressen (rund 38 Kilogramm Bambus pro Tier und Tag), Schlafen (bis zu vierzehn Stunden) und gelegentlich — zur Freude der Besucher — beim Spielen im Kunstschnee oder Klettern. Um 7:30 Uhr zur Öffnung kommen, um die Pandas aktiv bei der Fütterung zu sehen; ab 10 Uhr ziehen sie sich zum Mittagsschlaf zurück und die Besuchermassen erreichen ihren Höhepunkt. Die Rote-Panda-Gehege, weniger überlaufen, sind auf ihre eigene Art reizvoll.

Sichuan-Hotpot & Chengdus Essensszene

Sichuan-Hotpot ist ein soziales Ritual ebenso wie ein Essen — ein brodelnder Topf Chiliöl-Brühe (typisch geteilt in eine feurig-rote und eine milde klare Seite im selben Topf, Yuanyang oder „Mandarinenenten-Topf" genannt) kommt an den Tisch, und man kocht die eigenen Zutaten in einem Tempo, das von Gespräch und Bier bestimmt wird. Das Mala-Gefühl (betäubend-scharf) vom Sichuan-Pfeffer ist das Markenzeichen — er betäubt Lippen und Zunge, während Chili die Hitze liefert, ein Geschmacksprofil, das süchtig macht und einzigartig ist. Shuncheng Avenue und das Yulin-Viertel konzentrieren die bei Einheimischen beliebten Hotpot-Restaurants. Darüber hinaus ist Chengdu eine UNESCO-Gastronomiestadt: Mapo Tofu (Seidentofu in würziger, betäubender Schweinefleischsauce), Dan-Dan-Nudeln (dünne Nudeln in Sesam-Chili-Schweinefleischsauce), Zhong-Teigtaschen (Wontons in süßem Chiliöl) und Bo Bo Ji (kalte Spieße von Fleisch und Gemüse in Gewürzbrühe) sind Pflichtverkostungen. Kaninchenköpfe, gespalten und in Gewürzen geschmort, sind eine Chengdu-Obsession — Händler verkaufen sie kiloweise.

Teehäuser & die Kunst der Muße

Chengdu pflegt die Kunst der Muße seit zwei Jahrtausenden — „Chengdu: eine Stadt, die du nicht verlassen willst" (ein Drei-Königreiche-Zitat) ist das inoffizielle Stadtmotto. Das Teehaus ist der physische Ausdruck dieser Kultur. Das Teehaus im Volkspark ist am stimmungsvollsten: Hunderte Bambusstühle unter Ginkgo- und Feigenbäumen, Porzellanschalen (Gaiwan) mit Jasmintee, reisende Ohrenreiniger-Künstler (eine Sichuan-Spezialität), Mahjong-Tische und pensionierte Einheimische, die ganze Nachmittage im Gespräch verbringen. Wer aus Wien oder Prag kommt, erkennt das Prinzip des Kaffeehauses — nur mit Jasmintee statt Melange und Bambus statt Bugholz. Heming Tea House, am Parkrand, ist seit der Ming-Dynastie in Betrieb. Die Du-Fu-Strohhütte, ein Gedenkgarten für den Tang-Dichter, bietet eine ruhigere Tee-Umgebung zwischen Bambushainen und Pavillons.

Jinli, Wuhou-Schrein & die Drei Königreiche

Der Wuhou-Schrein (Wuhou Ci) ist Chinas wichtigste Gedenkstätte der Drei-Königreiche-Periode (220–280 n. Chr.) — die Ära der legendären Militärstrategen und Schwurbrüderschaften, die einen der vier großen klassischen Romane Chinas inspirierte. Die angrenzende Jinli-Altstadt, eine rekonstruierte Qing-Handelsstraße, erwacht am Abend zum Leben: Laternen beleuchten geschnitzte Holzfassaden, Händler verkaufen Sichuan-Snacks aus dampfenden Karren, Schattenspielshows laufen in Schaufenstern und kleine Bühnen zeigen Bian-Lian-Maskenspiel. Die Breite und Enge Gasse (Kuanzhai Xiangzi), ein paar Kilometer nördlich, bewahrt drei parallele Gassenreihen restaurierter Qing-Hofhäuser mit Restaurants, Bars, Teehäusern und Boutiquen.

Chengdu praktisch

Chengdu Shuangliu International Airport (CTU) fertigt die meisten Flüge ab; der neuere Chengdu Tianfu International Airport (TFU), 2021 eröffnet, bedient einen wachsenden Anteil. Prüfen, welchen Flughafen der eigene Flug nutzt — sie liegen 50 Kilometer auseinander. Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es Verbindungen mit Umstieg (typisch über Peking, Shanghai oder Istanbul). Das U-Bahn-Netz (13 Linien) deckt den Stadtkern gut ab; Linie 3 erreicht das Panda-Base-Gebiet (dann kurze Busfahrt). Taxis und Didi-Fahrten sind reichlich und günstig. Chengdu liegt im Sichuan-Becken und hat ein feucht-subtropisches Klima mit bedecktem Himmel — die Stadt sieht weniger Sonnenschein als fast jede andere chinesische Stadt, was die Temperaturen moderat hält (Sommer um 33°C, Winter um 3°C). Regen ist häufig; ein Regenschirm ist ganzjährig unverzichtbar. Die besten Monate sind März–Mai und September–November.

Diplomatische Vertretungen in Chengdu

7 Vertretungen in dieser Stadt, nach Region gruppiert.

Die Angaben stammen aus der redaktionell gepflegten Missionsdatenbank von Visaja (visaja.com) und werden mit offiziellen Regierungsquellen abgeglichen; das letzte Wort hat immer die Vertretung selbst.